CIO-Studie von Thoughtworks: 89 Prozent der CIOs mit mehr Verantwortung für neue Arbeitsabläufe und Personal als für IT-Infrastruktur

07.10.2026
  • Umfrage unter 3.200 CIOs zeigt: weiterhin kein vorherrschendes Modell für Leitung bei Unternehmens-KI, während Zuständigkeiten von CIOs über IT-Kernbereich hinausgehen 
  • Position des CAIO in Deutschland bereits oft besetzt – hohe Unabhängigkeit vom CIO 
  • Besonders deutsche CIOs (41,2 %) fürchten Verantwortung für Probleme, die von der Belegschaft durch KI-Nutzung verursacht werden  

CHICAGO und BERLIN, 7. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Eine neue weltweite Studie der internationalen Technologieberatung Thoughtworks zeigt: 89 % der Chief Information Officers (CIOs) sehen sich mittlerweile stärker in der Verantwortung für die Neugestaltung von Arbeitsabläufen und -modellen als für Managementaufgaben der zentralen IT-Infrastruktur. 

Thoughtworks

Die Erhebung basiert auf einer Befragung von 3.200 CIOs in zehn Ländern, darunter 400 CIOs in Deutschland. Das Kernthema der Studie ist die Frage, wer den Einsatz von KI in Unternehmen steuert. Die Auswertungen machen deutlich, dass der Aufgabenbereich von CIOs dabei mittlerweile weit über das traditionelle Technologiemanagement hinausgeht. Da KI zunehmend im gesamten Unternehmen eingesetzt wird, müssen sich Führungskräfte aus dem Technologiebereich immer intensiver mit Fragen zur Gestaltung der Arbeit, zu Entscheidungsfindungen und zur Verteilung der Verantwortung im gesamten Unternehmen befassen.  

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie auf globaler Ebene sind: 

  • Schleppende Anpassung der Governance: Nahezu neun von zehn (88 %) CIOs geben an, dass die Einführung von KI in ihrem Unternehmen schneller erfolgt, als sich Governance-Strukturen anpassen können. So ergibt sich der zunehmende Verantwortungsbereich der CIOs daraus, dass Unternehmen sich momentan noch mit der Frage befassen, wie die KI-Governance gestaltet werden soll. Wie die Umfrage gezeigt hat, kommt zudem erschwerend hinzu, dass Einfluss auf KI-Entscheidungen von verschiedenen Stellen aus den Unternehmen kommt. Weltweit geben 23 % der CIOs an, dass der CEO den größten Einfluss hat, gefolgt von der zentralen IT- oder Technologieleitung (21 %), Führungspersonal (11 %) und speziellen Positionen mit KI-Schwerpunkt (10 %).
  • Diskrepanz bei Verantwortlichkeiten: 90 % der CIOs sind der Meinung, dass bei Sicherheitsvorfällen oder Compliance-Verstößen nach wie vor die zentrale IT-Abteilung verantwortlich gemacht wird – auch wenn die Vorfälle durch KI-Tools verursacht werden, die die Geschäftsbereiche eigenständig angeschafft haben.  
  • Reibungspunkte auf Führungsebene: 70 % der befragten CIOs gaben an, dass ihr Unternehmen mittlerweile einen Chief AI Officer (CAIO) eingestellt hat. Zugleich gibt es noch keinen klaren Konsens darüber, wie diese Rolle mit der des CIO zusammenwirken soll: So berichten rund 29 % der CIOs, dass das Verhältnis zwischen CIO und CAIO Ursache für Reibungspunkte darstellt und es keine klaren Abgrenzungen gibt.

Aus den Antworten der befragten CIOs in Deutschland lassen sich die folgenden Erkenntnisse gewinnen: 

  • Sorge vor Problemen, die vom Personal verursacht werden: Auf die Frage, für welche Risiken sie die Verantwortung tragen, ohne diese Risiken vollständig kontrollieren zu können, nennen deutsche CIOs an erster Stelle von der Belegschaft durch KI-Nutzung ausgelöste Probleme (41,2 %). Dies ist der höchste Wert aller befragten Länder und der Punkt, der hierzulande die größten Befürchtungen auslöst. In Deutschland betrachten CIOs die Auswirkungen von KI innerhalb des Unternehmens somit kritischer als mögliche externe Bedrohungen. 
  • Unklare Zuständigkeiten: Trotz eines guten Überblicks über eigenständig eingeführte Tools (93,2 %) berichten deutsche CIOs von einigen der größten Reibungspunkte bei den Zuständigkeiten weltweit: 31,0 % nennen fragmentierte Zuständigkeiten über Geschäftsbereiche hinweg und 29,8 % unklare IT-Aufgabenmandate als größte Herausforderungen bei der Skalierung – beide Werte liegen deutlich über den globalen Durchschnittswerten von 25,5 % bzw. 23,9 %. 
  • Die Rolle des CAIO: Deutsche Unternehmen haben CAIO-Positionen in großem Umfang eingeführt (76,0 %) und weisen unter den Befragten den höchsten Anteil an CAIOs auf, die völlig unabhängig vom CIO oder CTO arbeiten (39,3 %). Reibungspunkte hängen hier eng mit diesem Maß an Unabhängigkeit zusammen. Außerdem ist Deutschland einer von nur drei Märkten, in denen die Anstellung eines CAIOs zu den wichtigsten geplanten Maßnahmen zählt (41,0 % gegenüber einem Durchschnitt von 26,5 %.) 

Insgesamt lässt sich aus den globalen Ergebnissen der Studie schlussfolgern, dass die Rolle des CIO mittlerweile weit über die Verantwortung für die technologische Infrastruktur hinausgeht. Personalplanung, dezentrale KI-Entscheidungsfindung und Unternehmensführung überschneiden sich mittlerweile. Zugleich verfolgen Unternehmen unterschiedliche Ansätze, wie die Führungsverantwortung aufgeteilt werden kann. 

„KI verändert die Art, wie Arbeit erledigt wird. Darum müssen Unternehmen Rollen, Arbeitsabläufe und Entscheidungsbefugnisse überdenken. So lässt sich feststellen, wo menschliches Urteilsvermögen nach wie vor unverzichtbar ist und wo KI einen größeren Teil der Arbeit übernehmen kann. Schulungen etwa sind wichtig – aber sie stellen nur einen Teil beim Aufbau einer Organisation dar, die KI effektiv und in großem Maßstab einsetzen kann", sagte Rachel Laycock, Chief Technology Officer bei Thoughtworks.

Den vollständigen Bericht „Thoughtworks Global CIO Survey 2026: Who governs enterprise AI?" sowie länderspezifische Übersichten, finden Sie auf der Landing Page zur Studie. Kernthemen sind die Fragen, wie Unternehmen die Governance im Bereich der Unternehmens-KI, Führungsrollen, die Kompetenzen der Belegschaft und die sich wandelnde Rolle des CIO angehen. 

Methodik 

Für den Report hat Censuswide in Zusammenarbeit mit Thoughtworks 3.200 CIOs in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Deutschland, Brasilien, Indien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Singapur befragt. 

Die Daten wurden zwischen dem 1. und 10. Juli 2026 erhoben. Censuswide ist Mitglied der Market Research Society (MRS) und des British Polling Council (BPC) und Unterzeichner des Global Data Quality Pledge. Das Unternehmen arbeitet nach dem Verhaltenskodex der MRS und sowie den ESOMAR-Leitsätzen. 

Über Thoughtworks 

Thoughtworks ist eine globale Technologieberatung, die Design, Engineering und KI integriert, um digitale Innovationen zu fördern. Wir sind mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 47 Standorten, verteilt über 18 Länder. Seit über 30 Jahren erzielen wir gemeinsam mit unseren Kunden exzellente Ergebnisse, indem wir ihnen dabei helfen, komplexe geschäftliche Herausforderungen mit Technologie und Unternehmenskultur als dem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal zu lösen. 

Ansprechpartner:

Kathrin Jansing  

Head of Public Relations Europe  

E-Mail: kathrin.jansing@thoughtworks.com 

Die wichtigsten Ergebnisse der Thoughtworks-Studie für den deutschen Markt im Überblick.

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Extreme Preisspanne bei Diesel: Von 2,288 Euro in Südtirol bis knapp unter 2 Euro in Luxemburg

08.10.2026

Während die Dieselpreise in Teilen Italiens neue Höchststände erreichen, zeichnet sich in Luxemburg eine spürbare Entspannung ab – und in Deutschland profitieren Autofahrer nur eingeschränkt von Steuererleichterungen. In Südtirol kletterte der Dieselhöchstpreis in Bozen Medienberichten zufolge auf 2,288 Euro pro Liter und lag damit am Mittwoch über dem Durchschnitt auf den italienischen Autobahnen. Dort wurden im Schnitt 2,287 Euro pro Liter Diesel fällig. Im gesamtstaatlichen Vergleich ist Südtirol damit weiterhin Spitzenreiter bei den Preisen.

Auch in anderen italienischen Regionen zogen die Dieselpreise deutlich an. In Trient stieg der Selbstbedienungspreis auf 2,274 Euro pro Liter, ein Anstieg um 1,1 Cent binnen eines Tages. Die stärksten Preissprünge wurden jedoch nicht in den teuersten Regionen verzeichnet, sondern im Nordosten und im Westen des Landes: In Friaul verteuerte sich ein einmaliges Volltanken von 50 Litern Diesel um 1,25 Euro, in Ligurien um 1,20 Euro, im Latium um 1,15 Euro. Auf den Autobahnen wurden Tagesanstiege von bis zu zwei Cent je Liter registriert. Der Präsident der nationalen Verbraucherunion, Massimiliano Dona, wirft der Regierung in Rom vor, zu wenig gegen die Preisanstiege zu unternehmen, und warnt vor möglichen Folgen für die Inflation.

Parallel dazu zeigt sich in Luxemburg ein gegenteiliger Trend. Dort wird Diesel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ab Mitternacht um 6,2 Cent je Liter günstiger und kostet dann 1,995 Euro. Damit fällt der Preis unter die Marke von zwei Euro. Die Benzinsorten Super 95 und Super 98 bleiben stabil bei 1,837 Euro beziehungsweise 2,049 Euro je Liter. Auch Heizöl wird in Luxemburg billiger: Bei Abnahme von mindestens 1.500 Litern sinkt der Literpreis am Mittwoch ebenfalls um 6,2 Cent auf 1,477 Euro. Der Großherzogtum bewegt sich damit preislich klar unter dem Niveau vieler Regionen in Italien.

In Deutschland wiederum kommt eine bereits beschlossene Steuerentlastung für Autofahrer nur begrenzt an. In Sachsen-Anhalt senkte die Bundesregierung vor rund einer Woche die Steuern auf Kraftstoffe um 17 Cent pro Liter. Laut dem Portal Benzinpreis-blitz kostete Super E10 am Mittwochnachmittag im Landesdurchschnitt 2,12 Euro pro Liter und damit lediglich rund sieben Cent weniger als am Nachmittag vor Inkrafttreten des Rabatts. Der Dieselpreis lag bei 2,19 Euro pro Liter, rund 15 Cent unter dem Vorkrisenniveau. Die Entlastung erreicht damit nicht vollständig die angekündigte Höhe, zudem spielt laut den Erhebungen die Uhrzeit eine wesentliche Rolle: Je nach Tageszeit fällt der Vorteil für Verbraucher unterschiedlich aus.

Im europäischen Vergleich entstehen damit deutliche Preisunterschiede für Dieselverbraucher. Während Italien mit Rekordständen in Teilen des Landes und spürbaren Tagesanstiegen im Fokus steht, nutzt Luxemburg den Spielraum für Preissenkungen. Deutschland versucht, über Steuersenkungen gegenzusteuern, bislang mit begrenzter Durchschlagskraft an der Zapfsäule. Für Verbraucher bleibt das Umfeld volatil – und die Frage, in welchem Umfang staatliche Eingriffe und Marktbewegungen künftig tatsächlich im Portemonnaie der Autofahrer ankommen.