Eine neue Studie zeigt, dass beinahe 95 % der viralen TikTok-Videos zu koreanischer Hautpflege und „Glass Skin" irreführende Behauptungen enthalten

29.09.2026

WIEN, 30. September 2026 /PRNewswire/ -- Fast 95 % der viralen koreanischen Hautpflege- und „Glass-Skin"-TikTok-Videos enthielten mindestens eine potenziell irreführende Behauptung, während grundlegende Sicherheitsinformationen weitgehend fehlten. Dies geht aus einer neuen Studie hervor, die heute auf dem Kongress 2026 der European Academy of Dermatology and Venereology vorgestellt wurde.

Koreanische Hautpflege und das Streben nach „Glass Skin" – ein beliebter Begriff für klare, glatte und tiefgehend mit Feuchtigkeit versorgte Haut – haben sich zu einem weltweiten Social-Media-Phänomen entwickelt, insbesondere auf TikTok, wo solche Routinen Millionen von Nutzern erreichen können. Die dermatologische Richtigkeit und Sicherheit dieser Inhalte wurden jedoch bislang nicht umfassend untersucht.  

In einer der ersten Studien dieser Art analysierten Forscher im Mai 2026 Videos zu beliebten koreanischen Hautpflege- und „Glass-Skin"-Routinen. Um algorithmische Verzerrungen zu minimieren, nutzten die Forscher ein neutrales Konto ohne vorherige Interaktionshistorie und sichteten die beliebtesten Videos zu fünf Suchbegriffen im Zusammenhang mit koreanischer Hautpflege. Nach Ausschluss bestimmter Videos wurden 38 Videos anhand der Global Quality Scale und des modifizierten DISCERN auf dermatologische Aussagen, Sicherheitsinformationen, Qualität und Zuverlässigkeit bewertet.

Fast 95 % der Videos enthielten mindestens eine irreführende Behauptung, während 84 % unterschiedliche Hauttypen nicht berücksichtigten, 45 % übermäßige Kombinationen von Wirkstoffen ohne angemessene Sicherheitshinweise bewarben und 32 % sofortige Ergebnisse versprachen.

„Was uns am meisten überraschte, war, wie konsequent grundlegende Sicherheitsinformationen fehlten", stellte die Hauptautorin Dr. Maria Lúcia Paysano fest. „Nur eines der 38 Videos erwähnte das Risiko von Hautreizungen, nur zwei gingen auf Sonnenschutz ein, keines erwähnte das Risiko einer Kontaktdermatitis und keines empfahl die Konsultation eines Dermatologen."

Alle Videos wurden als unzuverlässig oder weniger zuverlässig eingestuft, während keines eine externe Quelle oder Referenz Fast 82 % wurden von Influencern ohne medizinischen Hintergrund erstellt, 11 % von Kosmetikmarken und 8 % von anderen Erstellern von Beauty-Inhalten; keines wurde von Dermatologen produziert.

„Unsere Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der Beliebtheit dieser Inhalte und der Qualität der bereitgestellten Informationen", sagte Dr Paysano. „Die Anwendung dieser Routinen ohne individuelle Beratung kann zu Reizungen, übermäßigem Peeling, Akne-Schüben oder einer Störung der Hautbarriere führen, insbesondere wenn mehrere Wirkstoffe kombiniert werden."

Die Forscher betonten, dass die koreanische Hautpflege an sich nicht das Problem sei. Vielmehr bestehe die Sorge, dass Hautpflegeprinzipien wie sanfte Reinigung, Feuchtigkeitsversorgung und Barrierepflege in den sozialen Medien zu viralen, pauschalen Routinen ohne angemessene Sicherheitshinweise umgewandelt werden könnten.

„Verbraucher sollten bei Inhalten, die sofortige oder universelle Ergebnisse versprechen, Vorsicht walten lassen", fügte Dr Paysano hinzu.

 

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Restrukturierung, Stellenabbau, Übernahme: Rieter vollzieht Personalwende im Top-Management

08.10.2026

Beim Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter kommt es zu einem abrupten Führungswechsel. CEO und Verwaltungsratspräsident Thomas Oetterli gibt beide Ämter per Ende Oktober ab. An die Spitze der Geschäftsführung rückt Anfang November der Branchenkenner Daniel Lippuner, während Carl Illi mit sofortiger Wirkung das Präsidium des Verwaltungsrats übernimmt. Rieter begründet den Schritt damit, dass nach der Umsetzung zentraler strategischer Projekte nun der Zeitpunkt gekommen sei, die Verantwortung in neue Hände zu legen.

Lippuner gilt als ausgewiesener Experte für Spinnmaschinen, Garnverarbeitung und Textilkomponenten. Er leitete früher den Textilmaschinenhersteller Saurer und zuvor den Bereich Oerlikon Textile Components. Zudem ist er Verwaltungsratspräsident und Miteigentümer von Heberlein Technology und damit weiterhin eng in der Chemiefaserindustrie verankert. Illi gehört dem Rieter-Verwaltungsrat seit 2017 an und wird vom Unternehmen ebenfalls als Textilexperte charakterisiert. Er soll das Präsidium mindestens bis zur nächsten Generalversammlung führen.

Oetterli, Jahrgang 1969 und früher Chef des Lift- und Rolltreppenherstellers Schindler, war im März 2023 zu Rieter geholt worden, um den bereits damals kriselnden Maschinenbauer zu stabilisieren. Noch im selben Jahr lancierte er das Performance-Programm «Next Level», das ein massives Kostensenkungs- und Restrukturierungspaket umfasst. Der Plan sah unter anderem vor, bis 2025 rund 1400 Vollzeitstellen vorwiegend in Deutschland, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern abzubauen und Standorte zu konsolidieren. Parallel dazu übernahm Rieter im Februar die Textilmaschinensparte Barmag von OC Oerlikon, was mit einem deutlichen Anstieg der Verschuldung einherging.

Trotz dieser einschneidenden Massnahmen blieb die erhoffte Trendwende aus. Die Amtszeit Oetterlis war von einem ausserordentlich schwachen Marktumfeld mit anhaltender Nachfrageschwäche geprägt. 2024 hatte er zusätzlich das Präsidium des Verwaltungsrats übernommen – ein Doppelmandat, das den Aktionären ursprünglich als Übergangslösung zur konsequenten Umsetzung von «Next Level» verkauft worden war. Grösster Anteilseigner bei Rieter ist der Schweizer Industrielle Peter Spuhler mit einem Anteil von 33,1 Prozent; er sitzt ebenfalls im Verwaltungsrat. Der Führungswechsel in Winterthur folgt zeitlich auf eine ebenfalls angekündigte Neubesetzung an der Spitze von Stadler Rail, einem weiteren Unternehmen, an dem Spuhler die Kontrolle hält.