Gipfeltreffen zur Sicherheit in der PV- und ESS-Branche 2026: Einen neuen Weg zu einer sicheren und zuverlässigen Entwicklung ebnen

30.06.2026

MÜNCHEN, 30. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Im Rahmen der Intersolar Europe 2026 veranstaltete Huawei Digital Power gemeinsam mit globalen Partnern am 24. Juni 2026 in München den ersten „2026 PV & ESS Safety Industry Summit", dessen Schwerpunkt auf den Sicherheitsrisiken und dem Missverhältnis beim Versicherungsschutz beim großflächigen Ausbau von PV+ESS im Rahmen der globalen Energiewende lag. Der Gipfel brachte renommierte Experten, Verbandsvertreter und Vertreter der Versicherungsbranche zusammen, um einen intensiven Dialog über Sicherheitsstandards für Energiespeicher, Herausforderungen im Brandnotfall, die Weiterentwicklung von Prüfverfahren und Innovationen im Versicherungswesen zu führen und damit einen neuen Weg für eine sichere und zuverlässige Entwicklung zu ebnen.

2026 PV & ESS Safety Industry Summit

Sicherheit bei PV+ESS erfordert eine qualitativ hochwertige Entwicklung

Xia Hesheng, Vizepräsident von Huawei Digital Power und Leiter des Bereichs Strategie und Marketing bei Huawei Digital Power, betonte, dass die Sicherheit bei PV+ESS bei der Entwicklung des neuen Energiesystems keine Option, sondern eine Notwendigkeit sei. Es handelt sich nicht um einen einzelnen technologischen Durchbruch, sondern um die Integration verschiedener Disziplinen, darunter Elektrochemie, Wärmemanagement, Leistungselektronik, Digitaltechnik und KI. Huawei hat sich stets an den Grundsatz „Qualität steht an erster Stelle" gehalten und langfristig in Innovationen im Bereich der PV+ESS-Sicherheitstechnologie investiert, um die Sicherheit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu gewährleisten. Huawei wird mit der Branche zusammenarbeiten, um die umfassende Integration von quantitativen Sicherheitsbewertungen und Versicherungsmechanismen voranzutreiben und so eine qualitativ hochwertige Entwicklung der Branche für erneuerbare Energien zu fördern.

Durchbrüche im Bereich Sicherheit aus globaler Perspektive

Gerrit Lührung, Leiter Systeminfrastruktur und BESS, Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. V. (BVES) erklärte, dass sich die Energiespeicherung angesichts der „Einschränkungskrise" von einem Instrument der kommerziellen Arbitrage zu einer zentralen Systemkomponente entwickelt habe. Derzeit beträgt die Gesamtkapazität der Batteriespeichersysteme (BESS) in Deutschland 19 GW, wobei das Wachstum vor allem vom Energieversorgungssektor sowie vom gewerblichen und industriellen Sektor getragen wird. In den nächsten drei Jahren muss die Branche regulatorische Auflagen überwinden, die neuen Sicherheitsrichtlinien einhalten und den Wert des Systems voll ausschöpfen.

Tom Hessels, Berater für Energie- und Verkehrssicherheit am Niederländischen Institut für öffentliche Sicherheit (NIPV), ist der Ansicht, dass Batteriebrände zunehmen, wobei die größte Herausforderung in den „Informationssilos" liege. Er forderte auf, die Prüfdaten gemäß UL 9540A (wie beispielsweise die Dauer des thermischen Durchgehens) sowie rund um die Uhr verfügbare Supportkanäle der Hersteller zu veröffentlichen, um die Informationslücke zwischen Feuerwehren und Herstellern zu schließen. 

Mikel Arrese-Igor, leitender Ingenieur für Energiespeicher bei DNV, erklärte, dass etwa 70 % der BESS-Fehler auf Systemebene auftraten. Vollumfangstests, wie sie beispielsweise im Huawei LUNA2000-System durchgeführt wurden, ermöglichen die Validierung der Sicherheitsphilosophie und des „Safety-by-Design"-Ansatzes. In Zukunft wird die Branche die Prüfstandards voraussichtlich auf die „Installationsebene" ausweiten, sodass auch Kettenbrand-Szenarien einbezogen werden, bei denen andere, nicht batteriebezogene Umgebungsgehäuse beteiligt sind.

Bill Reaugh, Solar-Experte und leitender Ingenieur beim Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE), erklärte, dass die Transformation der Energiesysteme neue Risiken mit sich bringe. Sicherheit muss sich mithilfe eines digitalen Vertrauensmodells von der Komponentenebene auf die Ebene des Ökosystems ausweiten. Sicherheit und Schutz erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus und bilden einen geschlossenen Regelkreis, der Konzeption, Fertigung und Betrieb umfasst.

Technische Exzellenz und finanzielle Stärkung

Zhu Jun, Produktdirektor für Utility GFM ESS bei Huawei Digital Power, wies darauf hin, dass die Branche vor vier großen Herausforderungen steht: thermischer Durchbruch, Ausfall der Hochspannungsisolierung, Netzstörungen und mangelnde Digitalisierung. Es muss ein Rahmenwerk für die quantitative Sicherheitsbewertung über den gesamten Lebenszyklus hinweg geschaffen werden, um das Risikoniveau von „Risikominderung der Zone B" auf „akzeptable Zone C" anzuheben. Huawei hat ein Verteidigungsnetzwerk nach dem Prinzip „passiver Schutz + proaktive Warnung" aufgebaut, das auf hochtemperaturbeständiger Isolierung, einer Rauchabsaugung mit Überdruck, einer intelligenten zweistufigen String-Architektur sowie KI-basierten Frühwarntechnologien basiert und sicherstellt, dass sich ein thermischer Durchlauf in Extremsituationen nicht ausbreitet.

Alastair Nicklin ACII, Senior Director of Business Development bei Willis Natural Resources, WTW, sprach sich dafür aus, dass die Versicherungsbranche zu einem Paradigma des „Design as Risk Control" übergehen sollte, bei dem „Risikowahrscheinlichkeit × Schadensschwere" quantifiziert wird, um einen dreidimensionalen, in sich geschlossenen Abwehrmechanismus zu schaffen, der die physischen, finanziellen und ökologischen Dimensionen abdeckt. Dies umfasst die Ausweitung der Brandschutzabstände auf die Eindämmung auf Mikroebene, die Ausweitung der Ausrüstungsreparatur auf die Absicherung gegen Umsatzausfälle sowie den Übergang von der Einhaltung von Standards hin zu einer überdurchschnittlichen Widerstandsfähigkeit.

Im Rahmen des Gipfels wurde das Weißbuch zur Sicherheit netzbildender Energiespeichersysteme (ESS) veröffentlicht, dessen Schwerpunkte auf dem Rahmenwerk für die quantitative Bewertung, dem Testverfahren für Angriffs- und Abwehrszenarien sowie den Digitalisierungswegen liegen. Darin wurde die Logik hinter den Konzepten „Verteidigung durch Offensive, datengestützte Ansätze und Iteration im geschlossenen Regelkreis" analysiert, wobei Leitlinien für Forschung und Entwicklung, Regulierung und Bauwesen bereitgestellt wurden und die Branche zu einem einheitlichen Sicherheitsparadigma geführt wurde.

Release Ceremony of the Grid-Forming ESS Safety White Paper

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AmiGo-Projekt: Autonome Postautos sollen ab 2027 fahrerlos fahren

15.06.2026

Postauto treibt den Einsatz autonomer Fahrzeuge in der Ostschweiz voran und bereitet nach eigenen Angaben Europas grösstes Robo-Taxi-Netz vor. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat dem Unternehmen eine Ausnahmebewilligung erteilt, damit die speziell ausgerüsteten E-Autos im St. Galler Rheintal sowie in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden automatisch verkehren dürfen. Seit dem 1. Juni sind die Fahrzeuge in einem rund 80 Quadratkilometer grossen Gebiet unterwegs – vorerst noch zu Testzwecken und mit Sicherheitsfahrerinnen und -fahrern an Bord.

Herzstück des Projekts ist die Flotte von bis zu 25 sogenannten "AmiGo"-Fahrzeugen, die im Endausbau mit Automatisierungsgrad Level 4 fahren sollen. Postauto kooperiert dafür mit Apollo Go, der Robotaxi-Sparte des chinesischen Technologiekonzerns Baidu. Die Fahrzeuge werden im typischen Postauto-Gelb lackiert und elektrisch betrieben. Während der Testphase dürfen die Sicherheitsfahrer ihre Hände vom Lenkrad nehmen; sie können jedoch jederzeit eingreifen, wenn die Situation es erfordert – etwa an unübersichtlichen Verzweigungen oder bei forsch auftretendem Gegenverkehr.

Im Alltagstest auf einer festgelegten Route in Altstätten (SG) zeigt sich das System laut Projektbeteiligten bereits weitgehend stabil, auch wenn der Fahrkomfort in Kurven noch nicht an einen menschlichen Chauffeur heranreicht. Auffällig ist das sehr defensive Verhalten, etwa vor Fussgängerstreifen, wo das Fahrzeug früh abbremst, selbst wenn sich Personen noch in einiger Entfernung befinden. Gesteuert wird der Betrieb zusätzlich aus einer Leitstelle, in der Operatorinnen und Operatoren die Fahrten überwachen und bei Bedarf aus der Ferne eingreifen können.

Der reguläre Betrieb mit fahrerlosen Fahrzeugen ist ab 2027 vorgesehen. Postauto plant, dass Fahrgäste in der Region ihre autonome Fahrt dann probeweise per App buchen können. Astra-Direktor Jürg Röthlisberger sieht im automatisierten Fahren eine grosse Chance und spricht dem Projekt das Potenzial eines "Gamechangers" zu. Es ist nicht der erste Versuch mit selbstfahrenden Fahrzeugen in der Schweiz, aber nach Umfang und Einsatzgebiet der bislang weitreichendste. Die Technologie soll schrittweise verfeinert und insbesondere für ländliche Regionen erprobt werden, in denen flexible, bedarfsgesteuerte Angebote die bestehende Grunderschliessung ergänzen könnten.