Neue Daten von Thunes und Juniper Research zeigen, dass der weltweite Zahlungsverkehr in einer äußerst schwierigen Pattsituation steckt: 82 % der Nutzer, die auf Geldüberweisungen angewiesen sind, leiden unter Verzögerungen oder versteckten Gebühren
SINGAPUR, 16. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Die Zersplitterung der globalen Zahlungssysteme führt zu finanzieller Ausgrenzung und belastet die schwächsten Bevölkerungsgruppen weltweit mit einer „Reibungssteuer" in Form hoher Gebühren und Verzögerungen.
Laut dem Thunes Cross-border Payments Interoperability Index, der in Zusammenarbeit mit Juniper Research erstellt wurde, hat jeder dritte Empfänger von Überweisungen (33 %) Schwierigkeiten, Lebensmittel, Miete oder Nebenkosten zu bezahlen, da die für ihn lebenswichtigen internationalen Geldtransfers in fragmentierten Systemen stecken bleiben.
Die Ergebnisse verdeutlichen die praktischen Folgen der globalen Fragmentierung, wobei sich Verzögerungen unmittelbar in finanzielle Belastungen, Instabilität und verpasste Chancen niederschlagen. Die Studie, die auf einer Befragung von über 6.500 Personen in zehn wichtigen Märkten basiert, weist auf einen strukturellen Fragmentierungsstillstand im Kern der Weltwirtschaft hin: Während inländische Zahlungssysteme mittlerweile in Echtzeit funktionieren, haben die Netzwerke, die sie grenzüberschreitend verbinden, nicht Schritt gehalten.
Die menschlichen Kosten von Zahlungsverzögerungen
Der Bericht hebt hervor, dass die Auswirkungen für diejenigen, die auf internationale Zahlungen angewiesen sind, weit über bloße Unannehmlichkeiten hinausgehen.
Chloe Mayenobe, stellvertretende Geschäftsführerin bei Thunes, sagte: „Diese Daten offenbaren eine brutale Wahrheit: Die grenzüberschreitende ‚Reibungssteuer' ist ein Parasit der Weltwirtschaft, und die Kosten werden von denen getragen, die es sich am wenigsten leisten können. Während Inlandsüberweisungen mittlerweile sofort erfolgen, bleiben unsere globalen Systeme hartnäckig voneinander getrennt. Interoperabilität ist eine grundlegende Voraussetzung für finanzielle Gerechtigkeit. Während wir gemeinsam auf die Ziele der G20 hinsichtlich der Überweisungskosten hinarbeiten, muss die Branche der Beendigung dieses Fragmentierungsstillstands Priorität einräumen."
Nick Maynard, VP of Research bei Juniper Research, fügte hinzu: „Diese Untersuchung macht deutlich, dass die Fragmentierung des Zahlungsverkehrs nicht mehr nur eine infrastrukturelle Herausforderung ist; sie ist ein soziales und wirtschaftliches Problem mit realen menschlichen Folgen. Während sich inländische Zahlungsnetzwerke weiterentwickelt haben, um Geschwindigkeit und Komfort zu bieten, werden grenzüberschreitende Transaktionen weiterhin durch unverbundene Systeme eingeschränkt, die unnötige Kosten, Verzögerungen und Unsicherheit verursachen. Für Millionen von Menschen, die auf Überweisungen angewiesen sind, um ihre täglichen Lebenshaltungskosten zu decken, wirken diese Ineffizienzen wie eine versteckte ‚Reibungssteuer'. Die Branche hat bei der Modernisierung des Zahlungsverkehrs erhebliche Fortschritte erzielt, doch die Verwirklichung echter grenzüberschreitender Interoperabilität ist nun eine der wichtigsten Prioritäten für die Schaffung eines inklusiveren globalen Finanzsystems."
Den vollständigen Bericht herunterladen: The Thunes Cross-border Payments Interoperability Index.
Methodik
Die Studie basiert auf einer von Juniper Research im April 2026 durchgeführten Online-Verbraucherumfrage, in der die Meinungen sowohl von Nutzern als auch von Nichtnutzern internationaler Geldtransferdienste zum Thema grenzüberschreitende Zahlungen erfasst wurden. Insgesamt erfüllten 6.763 Antworten alle Qualitäts- und Auswahlkriterien und wurden in die Analyse einbezogen. Die Befragten repräsentierten ein breites Spektrum an Einkommensniveaus in 10 Märkten: die USA, Brasilien, das Königreich Saudi-Arabien, China, Indien, die Philippinen, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Südafrika und Nigeria.
Parallel zur Umfrage wurde ein „Payments Interoperability Index" entwickelt, um zu bewerten, wie einfach grenzüberschreitende Zahlungen getätigt werden können. Der Index bewertet Märkte anhand von fünf Kernkriterien und nutzt dabei Indikatoren aus etablierten Quellen, darunter die „Global Findex Database 2025" der Weltbank und Daten der Weltbank zu Überweisungskosten, wie beispielsweise den vierteljährlichen SmaRT-Indikator, der die Kosten für den internationalen Versand von 200 US-Dollar erfasst.
Informationen zu Thunes
Erfahren Sie mehr über Thunes: https://www.thunes.com.
Informationen zu Juniper Research
Erfahren Sie mehr über Juniper Research: www.juniperresearch.com.
View original content to download multimedia:https://www.prnewswire.com/news-releases/jeder-dritte-zahlungsempfanger-hat-probleme-lebensnotwendige-guter-zu-bezahlen--grund-dafur-ist-die-reibungssteuer-in-den-fragmentierten-globalen-zahlungssystemen-302801340.html
Die Schweizer Stimmberechtigten haben einer Verschärfung des Zivildienstgesetzes zugestimmt. Laut definitiven Ergebnissen votierten 52,5 Prozent für die Reform, rund 47,5 Prozent dagegen. Damit setzte sich der Kurs von Bundesrat und Parlament durch, den Zivildienst wieder klar als Ausnahme und nicht als gleichwertige Alternative zum obligatorischen Militärdienst zu definieren. Die Stimmbeteiligung lag mit rund 58 Prozent vergleichsweise hoch; 1'690'343 Personen legten ein Ja in die Urne, 1'531'878 stimmten Nein.
Das Ergebnis offenbart deutliche regionale Bruchlinien. Während viele deutschsprachige Kantone die Reform klar unterstützten – etwa Aargau mit 56,2 Prozent, St. Gallen mit 58,9 Prozent, Graubünden mit 59,3 Prozent und Luzern mit 56,9 Prozent Ja – fiel das Verdikt in der Romandie gespalten aus. Genf, Waadt, Neuenburg und Jura lehnten die Vorlage ab, mit Nein-Anteilen von bis zu gut 60 Prozent im Jura. Basel-Stadt stellte sich ebenfalls gegen die Verschärfung, und der Kanton Zürich kippte nach Auszählung der städtischen Stimmen knapp ins Nein-Lager. Demgegenüber sagten Wallis (57,1 Prozent), Freiburg (50,2 Prozent) und das Tessin (53,9 Prozent) Ja zur Reform.
Kern der Vorlage ist ein Paket von sechs Massnahmen, die den Wechsel aus der Armee in den Zivildienst deutlich unattraktiver machen sollen. Künftig müssen alle, die in den Zivildienst wechseln, mindestens 150 Diensttage leisten – unabhängig davon, wie viele Tage im Militär noch offen wären. Für Unteroffiziere und Offiziere gilt damit neu derselbe Umrechnungsfaktor von 1,5 Zivildiensttagen pro verbleibendem Militärdiensttag wie für einfache Soldaten. Wer alle Armee-Ausbildungstage bereits absolviert hat, kann künftig nicht mehr in den Zivildienst wechseln, um der Schiesspflicht zu entgehen.
Zusätzlich werden der zeitliche Rahmen und die Einsatzmöglichkeiten enger gezogen. Zivildienstleistende müssen ab dem Jahr nach ihrem ersten Einsatz jährlich Dienst leisten, bis alle vorgeschriebenen Tage erfüllt sind. Wer vor oder während der Rekrutenschule ein Gesuch stellt, muss den langen Anfangseinsatz von 180 Tagen bereits im Jahr nach der Zulassung absolvieren. Einsätze, die ein begonnenes Medizinstudium voraussetzen, werden gestrichen – offiziell, weil der Armee medizinisches Personal fehlt. Bürgerliche Parteien werteten das Ja als Bestätigung, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleiben solle; die links-grüne Nein-Allianz verweist angesichts des knappen Resultats auf die breite gesellschaftliche Unterstützung für den Zivildienst und kündigt an, weitere Verschärfungen bekämpfen zu wollen.