
Forscher der Medizinischen Universität Graz haben einen zentralen genetischen Angriffspunkt des FSME-Virus im menschlichen Körper identifiziert. In einer internationalen Studie analysierten sie genetische Daten von rund 1.600 Personen aus neun europäischen Ländern, darunter Österreich, Deutschland, Slowenien und Tschechien. Dabei verglichen die Wissenschaftler etwa 700.000 genetische Varianten pro Person mit gesunden Kontrollgruppen.
Die Studie, eine der bisher weltweit größten zu FSME, konzentrierte sich auf die genetische Empfindlichkeit gegenüber dem durch Zecken übertragenen Virus. Das Team unter der Leitung von Werner Zenz von der Grazer Kinderklinik stieß auf eine auffällige Häufung einer genetischen Variante im ABCG1-Gen. Dieses Gen ist bisher für seine Rolle beim Transport von Lipiden, insbesondere Cholesterin, aus den Zellen an die Zellmembranoberfläche bekannt.
Die Entdeckung könnte neue Behandlungsstrategien gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis ermöglichen. FSME verursacht schwere Entzündungen des Nervensystems, wobei etwa die Hälfte der erwachsenen Patienten, die wegen kombinierter Meningitis und Enzephalitis stationär behandelt werden müssen, bei der Spitalsentlassung keine vollständige Heilung zeigt. Ein Zehntel erleidet Lähmungen einer Extremität, die Sterblichkeit liegt bei etwa einem Prozent.
Bisher gibt es keine spezifische antivirale Behandlung für FSME. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass sich das Virus deutlich schlechter vermehren konnte, sobald das ABCG1-Gen blockiert wurde. Weitere Forschungsprojekte sollen nun zeigen, ob eine gezielte Blockade dieses Gens einen positiven Einfluss auf den klinischen Verlauf haben könnte. Interessant ist laut Zenz auch, ob diese Erkenntnisse für andere virale Hirnhautentzündungen relevant werden könnten.

Die Tecan Group hat ein schwaches Geschäftsjahr 2025 mit einem tiefroten Abschluss verbucht und reagiert mit einem umfassenden Transformationsprogramm. Der Laborausrüster aus Männedorf verzeichnete in Lokalwährungen einen Umsatzrückgang von 1,6 % auf 882,5 Millionen Franken. Das bereinigte EBITDA sank auf 142,1 Millionen Franken nach 164,4 Millionen im Vorjahr, die bereinigte Marge fiel auf 16,1 % von zuvor 17,6 %. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte und Zölle in Höhe von insgesamt 200 Basispunkten lag die EBITDA-Marge bei 18,1 % und damit im Rahmen der früher kommunizierten Prognosen.
Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 110,7 Millionen Franken. Hauptgrund sind nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 139,5 Millionen Franken, die im Zuge einer strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien vorgenommen wurden. Diese Belastungen trafen die Gewinn- und Verlustrechnung deutlich stärker als von Analysten erwartet, die zwar mit rückläufigen Ergebnissen, aber nicht mit einem Jahresverlust gerechnet hatten. Dennoch soll den Aktionären eine unveränderte Dividende von 3,00 Franken pro Aktie vorgeschlagen werden.
Kern der Neuausrichtung ist das Transformationsprogramm «Rewired», mit dem Tecan seine Profitabilität und Marktstellung in der Laborautomation stärken will. Im Fokus stehen Portfoliooptimierung und operative Exzellenz, unterstützt durch verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierungstechnologien. Die Unternehmensführung verweist auf robuste, langfristige Wachstumstreiber im Markt für Laborautomation, der zuletzt unter anderem durch Währungseffekte, Zölle und eine verhaltene Nachfrage belastet war. Für 2026 stellt Tecan ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 15,5 % und 16,5 %.
Trotz der kurzfristigen Rückschläge hält das Unternehmen an seinen Mittelfristzielen fest. Tecan geht von einer allmählichen Erholung der Endmärkte mit einem Wachstum von 1 bis 3 % in den Jahren 2027 und 2028 aus. Bis 2028 strebt der Laborausrüster einen Umsatz von 1 Milliarde Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 % an. Das Programm «Rewired» soll dabei helfen, das Geschäft profitabler auszurichten und die anvisierte Skalierung zu erreichen, nachdem 2025 ein Umsatzniveau von knapp 883 Millionen Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,1 % erzielt wurden.