Ausfall zweier Großrechner: IT-Störung trifft Bankkunden in mehreren Bundesländern

08.10.2026


Ein technischer Defekt in einem Rechenzentrum in Tirol hat am Dienstag weite Teile des österreichischen Bankenverkehrs zeitweise lahmgelegt. Online- und Mobile-Banking, Kartenzahlungen und Bargeldbehebungen funktionierten über Stunden nur eingeschränkt oder gar nicht. Auslöser war nach Angaben von Beteiligten ein Stromproblem während Wartungsarbeiten, das in einem ausgelagerten Rechenzentrum zu einem Serverausfall führte. Zwei zentrale Großrechner, die für Banken und Versicherer arbeiten, gingen dabei vom Netz.

Die Störung traf insbesondere Institute, die ihre IT über einen gemeinsamen externen Dienstleister abwickeln. Betroffen waren unter anderem mehrere Hypo-Landesbanken wie HYPO NOE, Hypo Burgenland und Hypo Vorarlberg, darüber hinaus die Hypo Tirol Bank, die Volksbanken-Gruppe, die bank99, die Bank Burgenland, die Austrian Anadi Bank, Schelhammer Capital, die Österreichische Ärzte- und Apothekerbank, die Marchfelder Bank und die Dolomitenbank. Bei Sparkasse und Raiffeisen lief der Betrieb hingegen normal, da sie auf eine andere IT-Infrastruktur setzen.

Für Kundinnen und Kunden machte sich der Ausfall ab etwa 13.00 Uhr bemerkbar. Online-Portale und Apps meldeten Fehler, der Zugriff auf Konten war teils gar nicht möglich. Auch Kartenzahlungen im Handel sowie Behebungen an Geldautomaten waren gestört, in manchen Filialen konnten Mitarbeiter nur eingeschränkt arbeiten. Einzelne Kunden berichteten von abgebrochenen Zahlungsvorgängen und rätselhaften Fehlermeldungen. Eine Hypo-Kundin schilderte, sie habe es sowohl am Handy als auch am Computer versucht und jeweils nur eine Fehlermeldung erhalten – für sie wirkte die Situation „sehr mysteriös“.

Die Institute und der betroffene IT-Dienstleister betonen übereinstimmend, dass es sich nicht um einen Cyberangriff gehandelt habe. Hinweise auf einen externen Angriff gebe es nicht, auch die Sicherheit der Kundendaten sei zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen. Die Systeme wurden nach rund sieben Stunden Schritt für Schritt wieder hochgefahren, gegen Dienstagabend liefen die Services laut Hypo Vorarlberg und weiteren Instituten wieder stabil. Der Vorfall legt dennoch offen, wie stark zahlreiche heimische Banken an einer gemeinsamen technischen Infrastruktur hängen – und wie sich ein einzelnes technisches Problem in einem Rechenzentrum in Tirol binnen Minuten zu einem flächendeckenden Ausfall auswachsen kann.

Roche beschleunigt Entwicklungszeiten und rückt wachstumsstarke Projekte in den Vordergrund

08.10.2026


Roche versucht nach einer Phase von Forschungsrückschlägen und Belastungen durch auslaufende Patente, das Tempo in der Medikamentenentwicklung deutlich zu erhöhen. Am Pharma-Investorentag unterstrich die Pharmasparte des Basler Konzerns den Anspruch, in Forschung und Entwicklung weiter zur Spitzengruppe zu gehören. Zentral sind dabei ein strengeres Management der Pipeline, Effizienzprogramme und der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz entlang der Wertschöpfungskette.

Pharma-Chefin Teresa Graham verwies auf eine sichtbar verbesserte Bilanz seit dem letzten „Pharma Day“: In zehn zulassungsrelevanten Studien habe Roche die gesetzten Ziele erreicht, sechs Programme seien in die zulassungsrelevende Phase vorgerückt, drei weitere in Phase II. Insgesamt verfügt Roche nach eigenen Angaben über bis zu 20 neue Wirkstoffe, die bis 2030 auf den Markt kommen könnten. Einzelne Kandidaten wie das Brustkrebsmittel Giredestrant traut der Konzern dabei jeweils Spitzenumsätze im zweistelligen Milliardenbereich zu.

Um diese Ambitionen abzusichern, verschärft Roche die internen Selektionskriterien. Ende 2023 führte der Konzern mit „The Bar“ einen neuen Bewertungsrahmen für die Pipeline ein. Nur Wirkstoffkandidaten, die klar definierte Anforderungen erfüllen, werden weiterentwickelt. Medizinchef Levi Garraway bezeichnete „The Bar“ als Leitbild für Forschung und Entwicklung. Die Auswahl potenzieller Projekte sei damit spürbar strenger geworden – mit dem Ziel, Ressourcen konsequent auf die Erfolg versprechendsten Programme zu konzentrieren und die Erfolgsquote in späten Studienphasen zu stabilisieren oder weiter zu erhöhen.

Parallel dazu treibt Roche ein Effizienzprogramm voran, um Mittel aus weniger renditestarken in wachstumsstärkere Projekte umzuschichten. Die Entwicklung neuer Medikamente soll deutlich beschleunigt werden, was insbesondere in umkämpften Indikationen wie Onkologie sowie in wachstumsstarken Bereichen wie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen an Bedeutung gewinnt. Damit will Roche erwartete Umsatzeinbussen durch Patentabläufe mehr als kompensieren und sich bis zum Ende des Jahrzehnts ein Portfolio aufbauen, das von mehreren potenziellen Blockbustern getragen wird.