
Der Bundesrat hat den 50-jährigen Marc Siegenthaler zum neuen Direktor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) ernannt. Auf Antrag von Verteidigungsminister Martin Pfister übernimmt der derzeitige stellvertretende Generalsekretär des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) die Leitung der Schlüsselbehörde per 1. August. Er folgt auf Michaela Schärer, mit der sich das VBS Ende vergangenen Jahres einvernehmlich auf eine Trennung geeinigt hatte.
Mit der Wahl Siegenthalers setzt der Bundesrat klar auf eine interne Lösung. Der Betriebsökonom ist seit 1999 in der Bundesverwaltung tätig und bekleidete im VBS verschiedene Führungsfunktionen, darunter Personalchef und Chef Ressourcen. Seit 2017 gehört er zur Spitze des Departements als stellvertretender Generalsekretär. Seine akademische Ausbildung umfasst einen Abschluss in Staats- und Verwaltungsmanagement an der Berner Fachhochschule sowie einen Executive MBA der Universität Zürich mit Schwerpunkt General und Intercultural Management.
Siegenthaler übernimmt das BABS in einer Phase anhaltender Kritik. Unter der bisherigen Direktorin sorgten insbesondere Reorganisationen, schlechte Resultate bei Personalbefragungen sowie wiederholte IT-Störungen für Unruhe. Technische Probleme traten ausgerechnet während grosser Notfall- und Krisenübungen auf, hinzu kamen Schwierigkeiten mit dem Kommunikationssystem Polycom, über das Bund, Kantone und Rettungsorganisationen in Notlagen eine robuste Verbindung sicherstellen wollen. Interne Prüfberichte warnten zudem, dass bei Cyberangriffen oder einem länger dauernden Stromausfall Teile der Alarmierungssysteme ausfallen könnten.
Die Führungsspitze des VBS setzte für die Neubesetzung eine Findungskommission ein, besetzt mit Vertretern des Departements, der Kantone und der Bundesverwaltung. Im Auswahlprozess habe sich gezeigt, dass Siegenthaler aufgrund seiner Ausbildung, seines Leistungsausweises und seiner langjährigen Erfahrung im Bundesdienst dem Anforderungsprofil für die Direktion des BABS in besonderem Mass entspricht. Die Behörde ist innerhalb des VBS für zentrale Aufgaben im Bevölkerungsschutz zuständig, darunter die Koordination zwischen Bund und Kantonen, die Weiterentwicklung des Zivilschutzes sowie die Alarmierung der Bevölkerung bei Katastrophen und Notlagen. Angesichts wachsender Risiken von Naturereignissen bis hin zu hybriden Bedrohungen steht der neue Direktor vor der Aufgabe, das angeschlagene Amt organisatorisch und technologisch zu stabilisieren und neu auszurichten.

Ende 2025 lebten 9'124'300 Menschen in der Schweiz. Damit wuchs die ständige Wohnbevölkerung innert eines Jahres um 73'300 Personen beziehungsweise 0,8 Prozent, wie aus provisorischen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht. Das Plus liegt unter dem Wert von 2024, als die Bevölkerung noch um 1,0 Prozent zugenommen hatte.
Alle Kantone verzeichneten ein Wachstum. Am stärksten legte der Kanton Schaffhausen zu, dessen Bevölkerung um 1,6 Prozent auf 90'285 Personen anwuchs. Überdurchschnittlich wuchsen auch Basel-Stadt (+1,4 Prozent) und das Wallis (+1,3 Prozent). Am unteren Ende der Skala standen Glarus und das Tessin mit jeweils +0,2 Prozent, gefolgt von Bern, Jura und Neuenburg mit einem Zuwachs von jeweils 0,4 Prozent.
Die Daten markieren einen demografischen Wendepunkt: Erstmals ist die Zahl der Personen ab 65 Jahren höher als jene der unter 20-Jährigen. 2025 wurden 1'811'000 Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter gezählt, gegenüber 1'802'000 Personen unter 20 Jahren. Beide Gruppen machen jeweils rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus. Der Altersquotient liegt damit leicht über dem Jugendquotienten: Auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren kamen 32,9 Menschen ab 65 Jahren und 32,7 Menschen unter 20 Jahren.
Hinter der Alterung stehen mehrere parallele Entwicklungen. Die Geburtenzahl ist im vierten Jahr in Folge gesunken, wenngleich sich der Rückgang verlangsamt hat. 2025 wurden schweizweit rund 77'900 Kinder geboren, ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau sank leicht von 1,29 auf 1,28. Gleichzeitig nahm die Zahl der Todesfälle geringfügig ab und lag bei 71'700. Die Lebenserwartung stieg weiter an: Neugeborene Mädchen können im Schnitt mit 86,3 Lebensjahren rechnen, Knaben mit 82,7 Jahren.
Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Schweiz insgesamt weniger Kinder zur Welt brachte als im Vorjahr, meldeten einige Kantone, darunter Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Genf, Basel-Stadt, Waadt und Solothurn, einen Anstieg der Geburten. Parallel dazu war der internationale Wanderungssaldo laut BFS rückläufig, was das insgesamt moderatere Bevölkerungswachstum mitprägte.
Auch in den Familienstrukturen machen sich Verschiebungen bemerkbar. Die Zahl der Eheschliessungen sank 2025 auf 35'700, rund tausend weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren 800 gleichgeschlechtliche Ehen, von denen 200 aus eingetragenen Partnerschaften hervorgingen. Gleichzeitig wurden 15'700 Ehen geschieden, etwa 400 weniger als 2024; 59 der Scheidungen betrafen gleichgeschlechtliche Ehen. Nach Einschätzung des BFS ist weiterhin davon auszugehen, dass langfristig etwa zwei von fünf Ehen in einer Scheidung enden könnten.