El Niño verstärkt Klimafolgen: Forscher sehen beispielloses Erwärmungssignal

08.10.2026


Der aktuelle El-Niño-Zyklus steuert nach Einschätzung internationaler Wetter- und Klimainstitutionen auf eine außergewöhnliche Stärke zu. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, erwartet, dass sich das Ereignis in den kommenden Monaten weiter verstärkt und seinen Höhepunkt im Dezember erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält, liegt laut WMO nahezu bei 100 Prozent. Damit könnte es sich um eine der intensivsten Episoden seit Beginn systematischer Aufzeichnungen Mitte des 20. Jahrhunderts handeln.

El Niño beschreibt die natürliche Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik. Diese Region, als Niño‑3.4 bekannt, ist für die Stärke des Phänomens entscheidend – und sie ist derzeit so warm wie nie seit Beginn der Messungen. Nach Daten der Plattform „Climate Reanalyzer“ der University of Maine überschritt die durchschnittliche Oberflächentemperatur dort Anfang Oktober erstmals die Marke von 30 Grad Celsius und lag damit 3,39 Grad über dem Referenzzeitraum 1991 bis 2020. Klimaphysiker Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut spricht angesichts dieser Werte von einem außergewöhnlichen „Super“-Ereignis und verweist darauf, dass selbst die starken El Niños der Jahre 1997 und 2015 in dieser Jahreszeit mehr als ein Grad kühler waren.

Die WMO prognostiziert, dass die Meeresoberflächentemperaturen im zentralen und östlichen tropischen Pazifik in den Monaten Oktober, November und Dezember Rekordwerte erreichen werden. „Das Meer, aus dem El Niño seine Wärme bezieht, ist das wärmste, das wir je beobachtet haben“, heißt es in ihrem jüngsten saisonalen Bulletin vom 8. Oktober. Diese ungewöhnlich hohe Ozeanwärme dürfte die globalen Wetter- und Klimamuster maßgeblich prägen und die Auswirkungen der menschengemachten Erwärmung zusätzlich verstärken.

Nach Einschätzung der WMO ist in den kommenden Monaten weltweit mit Temperaturen über dem langjährigen Mittel zu rechnen. Zugleich werden sich Niederschlagsmuster verschieben, was das Risiko von Dürren in manchen Regionen und Überflutungen in anderen erhöht. Erste Effekte sind bereits sichtbar: In Teilen Zentralamerikas werden ungewöhnlich trockene Bedingungen gemeldet, während in Indien starke Störungen der Wetterabläufe die landwirtschaftliche Produktion erschweren. Insgesamt rechnen Forscher damit, dass das sich rasch verstärkende El-Niño-Ereignis in den kommenden Monaten erhebliche Auswirkungen auf Volkswirtschaften, Ökosysteme und Gemeinschaften rund um den Globus haben wird.

Extreme Preisspanne bei Diesel: Von 2,288 Euro in Südtirol bis knapp unter 2 Euro in Luxemburg

08.10.2026


Während die Dieselpreise in Teilen Italiens neue Höchststände erreichen, zeichnet sich in Luxemburg eine spürbare Entspannung ab – und in Deutschland profitieren Autofahrer nur eingeschränkt von Steuererleichterungen. In Südtirol kletterte der Dieselhöchstpreis in Bozen Medienberichten zufolge auf 2,288 Euro pro Liter und lag damit am Mittwoch über dem Durchschnitt auf den italienischen Autobahnen. Dort wurden im Schnitt 2,287 Euro pro Liter Diesel fällig. Im gesamtstaatlichen Vergleich ist Südtirol damit weiterhin Spitzenreiter bei den Preisen.

Auch in anderen italienischen Regionen zogen die Dieselpreise deutlich an. In Trient stieg der Selbstbedienungspreis auf 2,274 Euro pro Liter, ein Anstieg um 1,1 Cent binnen eines Tages. Die stärksten Preissprünge wurden jedoch nicht in den teuersten Regionen verzeichnet, sondern im Nordosten und im Westen des Landes: In Friaul verteuerte sich ein einmaliges Volltanken von 50 Litern Diesel um 1,25 Euro, in Ligurien um 1,20 Euro, im Latium um 1,15 Euro. Auf den Autobahnen wurden Tagesanstiege von bis zu zwei Cent je Liter registriert. Der Präsident der nationalen Verbraucherunion, Massimiliano Dona, wirft der Regierung in Rom vor, zu wenig gegen die Preisanstiege zu unternehmen, und warnt vor möglichen Folgen für die Inflation.

Parallel dazu zeigt sich in Luxemburg ein gegenteiliger Trend. Dort wird Diesel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ab Mitternacht um 6,2 Cent je Liter günstiger und kostet dann 1,995 Euro. Damit fällt der Preis unter die Marke von zwei Euro. Die Benzinsorten Super 95 und Super 98 bleiben stabil bei 1,837 Euro beziehungsweise 2,049 Euro je Liter. Auch Heizöl wird in Luxemburg billiger: Bei Abnahme von mindestens 1.500 Litern sinkt der Literpreis am Mittwoch ebenfalls um 6,2 Cent auf 1,477 Euro. Der Großherzogtum bewegt sich damit preislich klar unter dem Niveau vieler Regionen in Italien.

In Deutschland wiederum kommt eine bereits beschlossene Steuerentlastung für Autofahrer nur begrenzt an. In Sachsen-Anhalt senkte die Bundesregierung vor rund einer Woche die Steuern auf Kraftstoffe um 17 Cent pro Liter. Laut dem Portal Benzinpreis-blitz kostete Super E10 am Mittwochnachmittag im Landesdurchschnitt 2,12 Euro pro Liter und damit lediglich rund sieben Cent weniger als am Nachmittag vor Inkrafttreten des Rabatts. Der Dieselpreis lag bei 2,19 Euro pro Liter, rund 15 Cent unter dem Vorkrisenniveau. Die Entlastung erreicht damit nicht vollständig die angekündigte Höhe, zudem spielt laut den Erhebungen die Uhrzeit eine wesentliche Rolle: Je nach Tageszeit fällt der Vorteil für Verbraucher unterschiedlich aus.

Im europäischen Vergleich entstehen damit deutliche Preisunterschiede für Dieselverbraucher. Während Italien mit Rekordständen in Teilen des Landes und spürbaren Tagesanstiegen im Fokus steht, nutzt Luxemburg den Spielraum für Preissenkungen. Deutschland versucht, über Steuersenkungen gegenzusteuern, bislang mit begrenzter Durchschlagskraft an der Zapfsäule. Für Verbraucher bleibt das Umfeld volatil – und die Frage, in welchem Umfang staatliche Eingriffe und Marktbewegungen künftig tatsächlich im Portemonnaie der Autofahrer ankommen.