Jede fünfte Rechnung überfällig: Unternehmen schlagen Alarm

08.10.2026


Die Zahlungsmoral in Österreich hat sich deutlich eingetrübt. Laut aktuellem Austrian Business Check des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV1870) wird inzwischen jede fünfte Rechnung verspätet bezahlt – im Vorjahr war es noch jede sechste. Insgesamt werden nur noch 80 Prozent der Rechnungen innerhalb des vereinbarten Zahlungsziels beglichen, nach 83 Prozent im Jahr davor. Parallel dazu verschlechtert sich die Stimmung in den Unternehmen: Lediglich 42 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als „sehr gut“ oder „gut“, fünf Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor und der niedrigste Wert seit 2020.

Ein deutlicher Graben verläuft zwischen privaten und gewerblichen Zahlern. Privatpersonen begleichen ihre Rechnungen im Schnitt nach 13 Tagen und damit zwei Tage schneller als 2025. 86 Prozent ihrer Rechnungen werden pünktlich bezahlt, begünstigt durch ein im Schnitt nur zwölf Tage langes Zahlungsziel. Firmenkunden hingegen benötigen inzwischen durchschnittlich 29 Tage, um ihre Verbindlichkeiten zu begleichen – vier Tage mehr als im Vorjahr und so viel wie zuletzt 2019. Nur 77 Prozent der Unternehmensrechnungen werden noch innerhalb der vereinbarten Frist bezahlt.

Besonders kritisch ist laut KSV1870 die Entwicklung bei der öffentlichen Hand. Der Bund braucht im Schnitt 36 Tage für die Begleichung offener Forderungen, die Länder 32 Tage und die Gemeinden 27 Tage. Damit überschreiten Bund und Länder das gesetzliche Zahlungsziel von 30 Tagen. Insgesamt werden 78 Prozent der Rechnungen der öffentlichen Hand fristgerecht bezahlt; beim Bund sind es 76 Prozent, in den Ländern 79 Prozent. KSV1870-Manager Walter Koch warnt, die öffentliche Hand verschärfe damit vielerorts die ohnehin angespannte Liquiditätssituation der Betriebe, anstatt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Vorbildfunktion zu übernehmen.

Regionale Ausreißer nach oben unterstreichen den Trend. In Tirol und im Burgenland dauert es im Schnitt 41 Tage, bis Rechnungen beglichen werden – länger als es das gesetzliche Zahlungsziel vorsieht. „Dass bereits jede fünfte Rechnung nicht fristgerecht bezahlt wird, ist Ausdruck der finanziellen Schwierigkeiten der vergangenen Jahre. Zahlungsziele werden zunehmend ausgereizt und immer häufiger überschritten“, sagt Koch. KSV1870-Chef Ricardo-José Vybiral spricht von einer „schleichenden Veränderung in die falsche Richtung“ und verweist darauf, dass Unternehmen verstärkt versuchen, Liquidität möglichst lange im Betrieb zu halten. In den Branchen fällt das Bild unterschiedlich aus: Im Handel beurteilen nur 35 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage positiv, in Industrie, Dienstleistungen und Gewerbe liegen die Werte zwischen 40 und 46 Prozent; am besten schneidet Vorarlberg mit einem Anteil positiver Bewertungen von 55 Prozent ab.

Mehr als nur ein Update: Was Transport Fever 3 Veteranen und Neulingen bietet

08.10.2026


Das Schweizer Studio Urban Games bringt seine erfolgreiche Verkehrssimulation in die nächste Runde: Transport Fever 3 ist ab sofort erhältlich – erstmals auch in einer Version für macOS. Spielerinnen und Spieler bauen darin über mehr als 125 Jahre Transportgeschichte hinweg ein eigenes Verkehrs- und Logistikimperium auf, von den ersten Pferdekutschen und Dampflokomotiven bis hin zu modernen Düsenjets, Supertankern, Hochgeschwindigkeitszügen und Helikoptern. Der Titel setzt damit die Tradition von Genre-Klassikern wie Transport Tycoon fort und positioniert sich erneut als Konkurrenz zu Städten-Simulationen wie Cities: Skylines, allerdings mit klarem Fokus auf Transport und industrielle Verknüpfungen.

Auf dem Mac richtet sich Transport Fever 3 klar an Besitzer aktueller Hardware. Urban Games verlangt mindestens einen M2‑Pro‑Chip, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, 90 Gigabyte freien Speicherplatz und macOS Sequoia 15. Empfohlen wird ein M4 Pro oder besser mit mindestens 24 Gigabyte RAM. Vertrieben wird das Spiel über Steam und GOG, die Einstiegsversion kostet ab 49,99 Euro. Ob zusätzlich eine Veröffentlichung im Mac App Store geplant ist, ist noch offen. Die Simulation bietet eine deutschsprachige Benutzeroberfläche und Vertonung; Videoeinblicke in das Spiel stellt der Entwickler auf YouTube bereit.

Inhaltlich bleibt Transport Fever 3 dem Kern des Genres treu, vertieft aber die Komplexität. Spieler verbinden Städte und Industrie-Standorte, organisieren Linien für Busse, Straßenbahnen, Lkw, Eisenbahnen, Schiffe, Flugzeuge und Helikopter und optimieren so den Transport von Personen und Gütern. Einnahmen generieren alle Transporte, doch zugleich steigen mit jedem Fahrzeug und jeder neuen Strecke die laufenden Kosten. Zusätzlich müssen mehrstufige Produktionsketten bedacht werden: Rohstoffe wie Holz gelangen zunächst ins Sägewerk, bevor sie als weiterverarbeitetes Produkt in die Städte geliefert werden. Fehler in der Planung oder ungenaue Umsetzung können dazu führen, dass sich Systeme gegenseitig blockieren – etwa bei langen Verbindungen über mehrere Kilometer oder im dicht getakteten innerstädtischen Verkehr.

Transport Fever 3 adressiert diese Komplexität mit einem stärker geführten Einstieg und Szenarien. Eine Einführung erläutert Schritt für Schritt grundlegende Mechaniken wie Straßenbau, Linienplanung und Fahrzeugkauf. Spezielle Szenarien führen anschließend in kompakter Form durch komplexere Zusammenhänge und setzen auf abgeschlossene, erzählerisch eingebettete Aufgaben – etwa wenn eine Stadt für einen Großanlass wie Mardi Gras vorbereitet oder ein Dorf bei der wirtschaftlichen Entwicklung unterstützt werden soll. Das Spiel legt dabei Wert auf Detailsteuerung bis hin zu Ampelphasen an Kreuzungen und erlaubt es, ein fein verzweigtes Netz aufzubauen, in dem erfahrene Spieler jede Linie und jeden Zug kennen. Besitzer von Transport Fever 2 erhalten beim Kauf der Standard- oder Deluxe-Edition auf derselben Plattform einen Treuerabatt von 10 Prozent – ein Angebot, das die bestehende Community in die neue Version mitnehmen soll.