Nanotechnologie aus St. Gallen zielt auf nächste Generation von Wundpflastern

08.10.2026


Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St. Gallen entwickeln ein Pflaster, das Medikamente in chronische Wunden nur dann abgibt, wenn es mit sichtbarem Licht bestrahlt wird. Ziel ist es, die Therapie solcher schwer heilender Wunden zu präzisieren und gleichzeitig den hohen Personalaufwand sowie die Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Chronische Wunden treten häufig bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes Mellitus auf, von denen in der Schweiz über 500'000 betroffen sind. Unzureichend eingestellte Blutzuckerwerte können Gefässe und Nerven schädigen, die Durchblutung der Füsse beeinträchtigen und etwa das diabetische Fusssyndrom begünstigen, bei dem Bagatellverletzungen wochenlang nicht abheilen.

In der Praxis erfordern chronische Wunden heute ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Dermatologie, Chirurgie und Pflege. Verbände müssen mindestens alle drei Tage gewechselt und die Wunden engmaschig kontrolliert werden, teils über Monate bis zu einem Jahr. Dieser kontinuierliche Betreuungsbedarf gilt als ernstzunehmende Belastung für das Gesundheitssystem. Das Empa-Team um Luciano Boesel und Giorgia Giovannini aus der Abteilung "Biomimetic Membranes and Textiles" setzt daher auf ein Materialsystem, das Wirkstoffe direkt in der Wunde zurückhält und bei Bedarf aktiviert. Kern des Ansatzes sind Siliziumdioxid-Nanopartikel, die mit dem weit verbreiteten Desinfektionsmittel Chlorhexidin beladen werden.

Die Nanopartikel sind in einen Polymermantel eingebettet, der sogenannte Fotoschalter enthält. Treffen sichtbare LED-Lichtstrahlen auf diese Moleküle, verändern sie ihre Struktur; der Mantel wird durchlässig und das Chlorhexidin kann in die Wunde diffundieren. Wird die Bestrahlung beendet, schliesst sich die Hülle wieder und stoppt die Freisetzung des Wirkstoffs. Eingebaut in ein Pflaster soll das System eine kontrollierte Wunddesinfektion ermöglichen, bei der Zeitpunkt und Dosis der Medikamentenabgabe über Dauer, Intensität und Wellenlänge des Lichts gesteuert werden. Nach Angaben der Forschenden liesse sich die eingesetzte Medikamentenmenge damit genauer dosieren als bei herkömmlichen Wundauflagen.

Die präzisere Steuerung der Wirkstoffabgabe könnte dazu beitragen, Infektionen gezielter zu behandeln und die Entstehung von Resistenzen einzudämmen. Perspektivisch denken die Forschenden darüber hinaus an eine Erweiterung des Konzepts: Das lichtaktivierte Pflaster könnte mit Sensorik kombiniert werden, die Art und Anzahl der Bakterien in der Wunde erfasst und damit eine noch stärker bedarfsorientierte Therapie unterstützt. Die Technologie gilt damit als möglicher Baustein einer neuen Generation intelligenter Wundtherapien, die den klinischen Aufwand reduziert und zugleich die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden verbessert.

EEII AG meldet Verlust von 547’568 Franken im Zuge der Jubin-Frères-Transaktion

08.10.2026


Die an der Schweizer Börse SIX kotierte EEII AG hat für das erste Halbjahr 2026 einen Verlust von 547’568 Franken ausgewiesen. Bereits im zweiten Halbjahr 2025 hatte die Gesellschaft einen Fehlbetrag von 332’306 Franken verbucht. Der Nettoinventarwert (NAV) der EEII-Aktien lag per 30. Juni 2026 bei minus 0.76 Franken je Titel, was einer Verschlechterung um 0.29 Franken pro Aktie seit Jahresbeginn entspricht.

Im Mittelpunkt des Berichtszeitraums standen die Vorbereitungen für eine Reverse-Takeover-Transaktion mit der Jubin Frères SA. EEII hat nach eigenen Angaben die reglementarische Genehmigung der Schweizer Börse erhalten, um eine Kapitalerhöhung durchzuführen und das Unternehmen Jubin Frères zu integrieren. Damit schafft die Gesellschaft die formalen Voraussetzungen, ihren Status als Börsenmantel in eine operative Struktur zu überführen.

Operativ verfügt EEII derzeit über keine aktive Investition. Dennoch fielen für den Erhalt der Struktur als kotierte Gesellschaft im ersten Halbjahr 2026 Kosten von rund 128’479 Franken an. Hinzu kamen Aufwendungen von 419’089 Franken für die Erstellung des Prospekts und dessen Einreichung bei der SIX. Zusammengenommen summierten sich die gesamten Betriebsaufwendungen auf 547’568 Franken und entsprechen damit vollständig dem ausgewiesenen Verlust.

Der Halbjahresbericht 2026 ist über die Website des Unternehmens abrufbar. EEII ist an der SIX kotiert (Bloomberg: EEII SW Equity). Das Unternehmen betont, dass die veröffentlichten Informationen ausschliesslich zu Informationszwecken dienen und weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren der EEII AG darstellen.