
Porsche schärft seine Elektrostrategie nach und zieht dabei eine selbstkritische Bilanz zum Taycan. Vorstandschef Michael Leiters sagte bei einer von „Auto Motor und Sport“ organisierten Diskussionsrunde mit Spitzenmanagern der großen deutschen Autobauer, der Sportwagenhersteller sei „offenbar zu schnell in die Elektromobilität eingestiegen“. Der Taycan, 2019 als erstes vollelektrisches Serienmodell der Marke gestartet und zuvor als Mission‑E‑Studie präsentiert, sei dem Markt womöglich voraus gewesen – die Kunden hätten das Potenzial des Fahrzeugs noch nicht vollständig würdigen können.
Leiters bezeichnete Porsche dennoch als „Pionier der Elektromobilität“ und verwies darauf, dass die Marke das Angebot an Stromern inzwischen ausgebaut habe. Neben dem Taycan sind mittlerweile auch Macan und Cayenne als vollelektrische SUV-Modelle im Programm. Während der Taycan zuletzt mit rückläufigen Auslieferungen zu kämpfen hatte, entwickelt sich der elektrische Macan laut von der Branche berichteten Zahlen deutlich dynamischer und übertrifft beim Absatz schon früh den Taycan. Der konventionell angetriebene Macan bleibt jedoch global betrachtet vorerst das volumenstärkere Derivat.
Autonomes Ziel von Porsche ist es nach den Worten von Leiters nicht, in der Elektromobilität über den Preis zu konkurrieren. „Klar ist, dass Porsche niemals die Kostenführerschaft und damit über bessere Preise den Markt gewinnen können oder wollen“, sagte er. Stattdessen müsse das Unternehmen „bessere, überzeugendere und emotionalere Produkte haben als alle anderen“. Investitionen in E-Antriebe will der Hersteller „ganz fokussiert, dort, wo es Sinn macht und der Kunde sich diese Technologie wünscht“ tätigen – ein Hinweis darauf, dass Porsche sein Portfolio je nach Segment und Käufererwartung unterschiedlich elektrifiziert.
Fest steht für Leiters, dass der Markenikone 911 eine rein elektrische Zukunft auf absehbare Zeit erspart bleibt. Der Sportwagenklassiker, der bei der AMS-Leserwahl „Best Cars 2026“ die Gesamtwertung gewann, werde nicht als vollelektrische Version kommen, bekräftigte der CEO. Im Publikum stieß diese Aussage auf deutliche Zustimmung; besonders erfreut zeigte sich laut Beobachtern Wolfgang Porsche, Aufsichtsratschef und Enkel des Firmengründers Ferdinand Porsche. Damit positioniert Porsche den 911 klar als traditionellen Verbrenner – flankiert von einem wachsenden, aber selektiv ausgebauten E-Portfolio, das stärker auf Nachfrage, Emotion und Alleinstellung als auf reine Stückzahl und Kostenvorteile zielt.

Bystronic hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2026 nach unten angepasst. Der Hersteller von Maschinen für die Blechbearbeitung rechnet zwar weiterhin mit einem höheren Nettoumsatz als im Vorjahr, erwartet jedoch keine Verbesserung der Profitabilität mehr. Bereits im zweiten Quartal 2026 dürften Auftragseingang, Nettoumsatz und Ergebnis unter den bisherigen Annahmen liegen, obwohl sie gegenüber dem ersten Quartal zulegen sollen.
Das Management verweist auf anhaltend schwierige Marktbedingungen im Kerngeschäft. Während die Nachfrage nach Biegelösungen stabil bleibt, leidet das Lasergeschäft weiter unter einer schwachen Marktlage. Geringere Kapazitätsauslastung und Preisdruck im Verkauf von Einzelmaschinen wirken zusätzlich auf die Marge. Hinzu kommt, dass der Trend zu stärker automatisierten Lösungen zwar den Auftragsbestand stützt, die Projekte jedoch längere Laufzeiten haben und sich der hohe Auftragsbestand dadurch langsamer in Nettoumsätze umwandelt.
Einen Lichtblick liefert die neu geschaffene Geschäftseinheit Bystronic Rofin. Sie trägt nach Unternehmensangaben weiterhin positiv zum Konzernergebnis bei, gestützt von einer robusten Nachfrage nach Anwendungen im Halbleiterbereich. Dieser Bereich soll auch dazu beitragen, dass der Konzernumsatz 2026 insgesamt über dem Niveau des Vorjahres liegt, auch wenn die Ergebnisqualität im Vergleich zu 2025 zurückbleiben dürfte.
Konkrete Zahlen zu Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis nannte Bystronic bislang nicht. Ausführlichere Informationen zur Geschäftsentwicklung und zum weiteren Ausblick will das Unternehmen mit dem Halbjahresbericht vorlegen, der am 23. Juli veröffentlicht werden soll. Dann dürfte sich zeigen, in welchem Ausmass der Druck im Lasergeschäft und die Verzögerungen bei Automationsprojekten auf die Jahresziele durchschlagen – und wie stark Bystronic Rofin diese Effekte im laufenden Jahr abfedern kann.