
Nordrhein-westfälischen Ermittlern ist nach eigenen Angaben ein historischer Schlag gegen die international operierende, russischsprachige Hackergruppe Qilin gelungen. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden in Japan wurde ein 28-jähriger russischer Staatsbürger, den Innenminister Herbert Reul (CDU) als einen der „führenden Köpfe“ der Gruppierung bezeichnete, in Osaka beziehungsweise Tokio festgenommen und inzwischen nach Deutschland überstellt. Der Mann, der unter dem Pseudonym „Snake“ aufgetreten sein soll, sitzt nun in einer deutschen Justizvollzugsanstalt.
Der Zugriff ist Ergebnis monatelanger Ermittlungen im Rahmen der internationalen „Operation Albus“. Spezialisten des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) in Köln hatten die Gruppe seit Mitte 2024 infiltriert und deren Aktivitäten beobachtet. Nach Aussage von Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) verfolgten die Ermittler „unzählige digitale Spuren“, bis sie einen realen Namen hinter einem Hacker-Alias identifizieren konnten. Japan lieferte den Festgenommenen aus, obwohl zwischen Tokio und Berlin kein Auslieferungsabkommen besteht.
Qilin zählt nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Behörden zu den aktivsten Ransomware-Netzwerken weltweit. Seit 2024 soll die Gruppe fast 4.000 Unternehmen angegriffen und mit Erpressersoftware unter Druck gesetzt haben, darunter rund 150 Firmen in Deutschland, davon 30 in NRW. Die geforderten Lösegelder beliefen sich laut Reul insgesamt auf knapp drei Milliarden US-Dollar, mehr als 140 Millionen Dollar sollen tatsächlich geflossen sein. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wird der Festgenommene unter anderem mit einem Angriff auf ein deutsches Logistikunternehmen in Verbindung gebracht und als Entwickler innerhalb der Gruppierung eingeordnet.
Während die Behörden in Düsseldorf den Zugriff als wichtigen Erfolg im Kampf gegen international organisierte Cyberkriminalität werten, reagiert Qilin mit verbaler Gegenoffensive – und neuen Drohungen. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem japanischen Sender JNN wollte die Gruppe weder bestätigen noch dementieren, dass der in Osaka festgenommene Russe zu ihrem inneren Kreis gehört. Gleichzeitig erklärte Qilin, man kooperiere mit mehr als 300 anonymen Personen weltweit und habe noch nie seine Aktivitäten wegen Drucks von Ermittlern eingestellt.
Besonders deutlich richtet die Gruppierung ihre Botschaft an Japan. Qilin war bereits mit einem Cyberangriff auf Asahi Breweries im Jahr 2025 in Verbindung gebracht worden und soll wiederholt japanische Unternehmen attackiert haben. Nun warnte sie, Attacken auf japanische Firmen und Behörden könnten sich nach der Festnahme und Auslieferung in Osaka verstärken. Zugleich übte die Gruppe scharfe Kritik an den staatlichen Stellen und warf ihnen vor, das Leben eines Menschen zu zerstören, dessen Schuld nicht bewiesen sei. Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Kernmitglieds deutet sich damit an, dass der digitale Konflikt zwischen Strafverfolgern und der Ransomware-Gruppe in eine neue Phase eintritt.

Das Schweizer Studio Urban Games bringt seine erfolgreiche Verkehrssimulation in die nächste Runde: Transport Fever 3 ist ab sofort erhältlich – erstmals auch in einer Version für macOS. Spielerinnen und Spieler bauen darin über mehr als 125 Jahre Transportgeschichte hinweg ein eigenes Verkehrs- und Logistikimperium auf, von den ersten Pferdekutschen und Dampflokomotiven bis hin zu modernen Düsenjets, Supertankern, Hochgeschwindigkeitszügen und Helikoptern. Der Titel setzt damit die Tradition von Genre-Klassikern wie Transport Tycoon fort und positioniert sich erneut als Konkurrenz zu Städten-Simulationen wie Cities: Skylines, allerdings mit klarem Fokus auf Transport und industrielle Verknüpfungen.
Auf dem Mac richtet sich Transport Fever 3 klar an Besitzer aktueller Hardware. Urban Games verlangt mindestens einen M2‑Pro‑Chip, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher, 90 Gigabyte freien Speicherplatz und macOS Sequoia 15. Empfohlen wird ein M4 Pro oder besser mit mindestens 24 Gigabyte RAM. Vertrieben wird das Spiel über Steam und GOG, die Einstiegsversion kostet ab 49,99 Euro. Ob zusätzlich eine Veröffentlichung im Mac App Store geplant ist, ist noch offen. Die Simulation bietet eine deutschsprachige Benutzeroberfläche und Vertonung; Videoeinblicke in das Spiel stellt der Entwickler auf YouTube bereit.
Inhaltlich bleibt Transport Fever 3 dem Kern des Genres treu, vertieft aber die Komplexität. Spieler verbinden Städte und Industrie-Standorte, organisieren Linien für Busse, Straßenbahnen, Lkw, Eisenbahnen, Schiffe, Flugzeuge und Helikopter und optimieren so den Transport von Personen und Gütern. Einnahmen generieren alle Transporte, doch zugleich steigen mit jedem Fahrzeug und jeder neuen Strecke die laufenden Kosten. Zusätzlich müssen mehrstufige Produktionsketten bedacht werden: Rohstoffe wie Holz gelangen zunächst ins Sägewerk, bevor sie als weiterverarbeitetes Produkt in die Städte geliefert werden. Fehler in der Planung oder ungenaue Umsetzung können dazu führen, dass sich Systeme gegenseitig blockieren – etwa bei langen Verbindungen über mehrere Kilometer oder im dicht getakteten innerstädtischen Verkehr.
Transport Fever 3 adressiert diese Komplexität mit einem stärker geführten Einstieg und Szenarien. Eine Einführung erläutert Schritt für Schritt grundlegende Mechaniken wie Straßenbau, Linienplanung und Fahrzeugkauf. Spezielle Szenarien führen anschließend in kompakter Form durch komplexere Zusammenhänge und setzen auf abgeschlossene, erzählerisch eingebettete Aufgaben – etwa wenn eine Stadt für einen Großanlass wie Mardi Gras vorbereitet oder ein Dorf bei der wirtschaftlichen Entwicklung unterstützt werden soll. Das Spiel legt dabei Wert auf Detailsteuerung bis hin zu Ampelphasen an Kreuzungen und erlaubt es, ein fein verzweigtes Netz aufzubauen, in dem erfahrene Spieler jede Linie und jeden Zug kennen. Besitzer von Transport Fever 2 erhalten beim Kauf der Standard- oder Deluxe-Edition auf derselben Plattform einen Treuerabatt von 10 Prozent – ein Angebot, das die bestehende Community in die neue Version mitnehmen soll.