Ryanair kürzt Deutschland-Angebot deutlich und verlegt Kapazitäten ins Ausland

08.10.2026


Ryanair fährt ihr Engagement in Deutschland spürbar zurück und macht dafür vor allem die Standortkosten verantwortlich. Im kommenden Winterflugplan will die irische Billigfluglinie rund 700.000 Sitzplätze weniger anbieten als im Vorjahr, was einem Rückgang um etwa zehn Prozent entspricht. Neben staatlichen Abgaben verweist das Unternehmen auf hohe Flughafen-, Sicherheits- und Flugsicherungskosten sowie die deutsche Luftverkehrsteuer, die bei Abflug von deutschen Airports fällig wird.

Besonders hart trifft der Sparkurs den Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg. Dort schließt Ryanair zum 24. Oktober ihre Basis mit sieben stationierten Flugzeugen und den dazugehörigen Crews. Zwölf Verbindungen – darunter nach Gran Canaria, Palermo und Thessaloniki – fallen komplett weg, weitere Strecken werden ausgedünnt. Die Sitzplatzkapazität in Berlin wird nach Unternehmensangaben etwa halbiert. Die Flugzeuge sollen an Standorte in anderen EU-Staaten verlegt werden, wo Ryanair aus Sicht des Managements auf wettbewerbsfähigere Kostenstrukturen trifft.

Auch andere Standorte spüren die Konsequenzen der Kostendebatte. Die Flughäfen Hamburg und Bremen gehören nach Unternehmensangaben zu den Verlierern der neuen Planung; in Hamburg will Ryanair ihr Angebot um rund fünf Prozent zurückfahren. In Ostdeutschland hatte der Billigflieger seine Verbindungen von Leipzig/Halle nach London und von Dresden nach Mallorca bereits bis März 2025 eingestellt. Gespräche über mögliche Flüge im Winter 2027/28 laufen zwar weiter, doch konkrete Ziele oder Zusagen gibt es derzeit nicht. Sowohl Ryanair als auch die Mitteldeutsche Flughafen AG verweisen auf nicht wettbewerbsfähige Standortkonditionen; neben den Flughafengebühren spielen dabei insbesondere staatlich festgelegte Luftsicherheitskosten und die Luftverkehrsteuer eine zentrale Rolle.

Zu den relativen Gewinnern der Neuordnung zählt hingegen der Flughafen Köln/Bonn. Dort will Ryanair ihr Angebot im Winter um rund zehn Prozent ausbauen. Nach Darstellung des Unternehmens ist es an diesem Standort gelungen, die Sicherheitskosten für Fluggesellschaften zu senken. Ryanair nutzt den Fall, um Druck auf die deutsche Politik und die Branche insgesamt zu erhöhen: Die Airline fordert die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsteuer und deutlich niedrigere Gebühren. Andernfalls würden Flugzeuge und Investitionen konsequent in andere europäische Märkte verlagert. Zugleich signalisiert Ryanair die Bereitschaft zum Ausbau ihres Deutschland-Geschäfts – allerdings nur, falls die Rahmenbedingungen aus Sicht der Airline deutlich günstiger werden.

Mutmassliche Brandstiftung in Baar: Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken

08.10.2026


Nach dem nächtlichen Grossbrand an der Ruessenstrasse in Baar im Kanton Zug gehen die Strafuntersuchungsbehörden von vorsätzlicher Brandlegung aus. Mehrere Fahrzeuge waren am späten Abend des 28. September in Flammen aufgegangen und vollständig ausgebrannt. Die Ermittler stufen Brandstiftung als wahrscheinlichste Ursache ein, wie sie am Donnerstag über die Plattform X mitteilten.

Als die Feuerwehr kurz nach 22 Uhr am Einsatzort eintraf, standen bereits mehrere Autos in Vollbrand. Die Flammen hatten zu diesem Zeitpunkt schon auf ein angrenzendes Geschäftsgebäude übergegriffen. Durch einen raschen und koordinierten Löscheinsatz gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Trotzdem entstand ein Sachschaden in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken.

Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann aus Baar leicht verletzt. Er hatte gemeinsam mit seinen Kollegen versucht, sowohl die brennenden Fahrzeuge als auch das betroffene Geschäftsgebäude zu sichern. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern, doch mehrere Fahrzeuge wurden zerstört und Teile des Gebäudes erheblich beschädigt.

Die Kantonspolizei Zug hat in der Zwischenzeit Ermittlungen zur Täterschaft aufgenommen und wendet sich mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit. Personen, die vor, während oder nach dem Brand im Gebiet rund um die Ruessenstrasse verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Hinweise nimmt die Zuger Polizei unter der Telefonnummer 041 595 41 41 entgegen.