Schweiz zählt erstmals mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige

02.04.2026


Ende 2025 lebten 9'124'300 Menschen in der Schweiz. Damit wuchs die ständige Wohnbevölkerung innert eines Jahres um 73'300 Personen beziehungsweise 0,8 Prozent, wie aus provisorischen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) hervorgeht. Das Plus liegt unter dem Wert von 2024, als die Bevölkerung noch um 1,0 Prozent zugenommen hatte.

Alle Kantone verzeichneten ein Wachstum. Am stärksten legte der Kanton Schaffhausen zu, dessen Bevölkerung um 1,6 Prozent auf 90'285 Personen anwuchs. Überdurchschnittlich wuchsen auch Basel-Stadt (+1,4 Prozent) und das Wallis (+1,3 Prozent). Am unteren Ende der Skala standen Glarus und das Tessin mit jeweils +0,2 Prozent, gefolgt von Bern, Jura und Neuenburg mit einem Zuwachs von jeweils 0,4 Prozent.

Die Daten markieren einen demografischen Wendepunkt: Erstmals ist die Zahl der Personen ab 65 Jahren höher als jene der unter 20-Jährigen. 2025 wurden 1'811'000 Menschen im Alter von 65 Jahren oder älter gezählt, gegenüber 1'802'000 Personen unter 20 Jahren. Beide Gruppen machen jeweils rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus. Der Altersquotient liegt damit leicht über dem Jugendquotienten: Auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren kamen 32,9 Menschen ab 65 Jahren und 32,7 Menschen unter 20 Jahren.

Hinter der Alterung stehen mehrere parallele Entwicklungen. Die Geburtenzahl ist im vierten Jahr in Folge gesunken, wenngleich sich der Rückgang verlangsamt hat. 2025 wurden schweizweit rund 77'900 Kinder geboren, ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau sank leicht von 1,29 auf 1,28. Gleichzeitig nahm die Zahl der Todesfälle geringfügig ab und lag bei 71'700. Die Lebenserwartung stieg weiter an: Neugeborene Mädchen können im Schnitt mit 86,3 Lebensjahren rechnen, Knaben mit 82,7 Jahren.

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Schweiz insgesamt weniger Kinder zur Welt brachte als im Vorjahr, meldeten einige Kantone, darunter Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Genf, Basel-Stadt, Waadt und Solothurn, einen Anstieg der Geburten. Parallel dazu war der internationale Wanderungssaldo laut BFS rückläufig, was das insgesamt moderatere Bevölkerungswachstum mitprägte.

Auch in den Familienstrukturen machen sich Verschiebungen bemerkbar. Die Zahl der Eheschliessungen sank 2025 auf 35'700, rund tausend weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren 800 gleichgeschlechtliche Ehen, von denen 200 aus eingetragenen Partnerschaften hervorgingen. Gleichzeitig wurden 15'700 Ehen geschieden, etwa 400 weniger als 2024; 59 der Scheidungen betrafen gleichgeschlechtliche Ehen. Nach Einschätzung des BFS ist weiterhin davon auszugehen, dass langfristig etwa zwei von fünf Ehen in einer Scheidung enden könnten.

Schärfere Brandregeln: Schweiz führt ab April Pyrotechnik-Verbot in öffentlichen Bereichen ein

01.04.2026


Die Schweizer Behörden ziehen nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Todesopfern erste regulatorische Konsequenzen: Ab 1. April ist der Einsatz von Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Räumen im ganzen Land untersagt. Darauf hat sich ein Gremium der Baudirektorinnen und -direktoren aller 26 Kantone geeinigt. Das Verbot gilt insbesondere für Innenräume, in denen sich Publikum aufhält, und soll das Risiko ähnlicher Unglücke deutlich senken.

Auslöser der Verschärfung ist das Feuer in der Silvesternacht in Crans-Montana, bei dem nach Angaben der Behörden eine funkensprühende Partyfontäne Schaustoff an der Decke entzündet hatte. Die Flammen breiteten sich rasch aus, 41 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden zum größten Teil schwer verletzt. Das kantonale Gremium wertet das Pyrotechnik-Verbot als unmittelbare Lehre aus der Tragödie und als Übergangsmaßnahme, bis ein umfassenderes Regelwerk greift.

Parallel zu dem schnellen Verbot arbeitet die Schweiz an einer grundlegenden Revision ihrer Brandvorschriften. Die laufenden Abklärungen und technischen Detailarbeiten werden jedoch noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen; die neuen Vorschriften sollen nach aktueller Planung erst im Herbst 2027 in Kraft treten. Bis dahin soll das Pyrotechnik-Verbot in öffentlich zugänglichen Räumen eine zusätzliche Sicherheitsbarriere bilden und das Gefahrenpotenzial bei Veranstaltungen begrenzen.

Für Veranstalter und Betreiber von öffentlich zugänglichen Räumen bedeutet die Entscheidung, dass sie ihre Sicherheitskonzepte anpassen und auf alternative Showeffekte ausweichen müssen. Branchenvertreter dürften sich auf höhere Planungsanforderungen einstellen, während die Politik den Schritt als Signal versteht, dass Brandschutz eine höhere Priorität erhält. Die Maßnahmen illustrieren, wie die Schweiz nach dem Unglück von Crans-Montana versucht, den Schutz von Gästen und Personal in Veranstaltungsorten verbindlicher zu regeln.