
Die Office World Group stellt ihr gesamtes Filialgeschäft in der Schweiz bis zum Frühjahr 2027 etappenweise ein. Von dieser Entscheidung sind alle zehn verbliebenen Standorte des Bürobedarf-Händlers betroffen, was zum Verlust von 45 Vollzeitstellen führt. Die Mitarbeitenden wurden bereits über die anstehenden Schließungen informiert. Das Unternehmen reagiert damit auf veränderte Einkaufsgewohnheiten, bei denen Kunden Büroartikel zunehmend online bestellen, während die Umsätze in den Ladengeschäften zurückgehen.
Dominik Engeler, Leiter des Filialgeschäfts von Office World, begründet die Entscheidung mit wirtschaftlichen Erwägungen. "Es ist eine bittere Wahrheit: Doch längerfristig weisen die Ausgaben und Einnahmen in unserem stationären Geschäft schlicht kein gesundes Verhältnis mehr auf. Das hat bedauerliche Konsequenzen", erklärt Engeler. Das Unternehmen will die betroffenen Mitarbeitenden bei der Suche nach neuen Stellen innerhalb oder außerhalb der Firmengruppe unterstützen.
Die Schließungen erfolgen über einen Zeitraum von gut einem Jahr verteilt. Laut Unternehmensangaben schließt die Filiale in St. Gallen Ende Juni 2026, gefolgt von Regensdorf Ende September 2026. Im Oktober 2026 sind die Standorte Pratteln und Zürich Glattzentrum vorgesehen, im Dezember 2026 Lausanne. Ende Februar 2027 sollen Basel Dreispitz, Luzern, Steinhausen und Zürich Altstetten folgen. Die letzte Filiale in Genf stellt ihren Betrieb Ende April 2027 ein.
Zukünftig konzentriert sich die Office World Group primär auf ihre Online-Plattform www.officeworld.ch. Mit einem Sortiment von rund 60.000 Artikeln will sich das Unternehmen als reiner Digitalanbieter und Dienstleister für Bürobedarf in der Schweiz positionieren. Bereits Anfang 2026 wurden die Filialen in Sursee, Bern und Winterthur geschlossen, wobei für einen Teil der damals betroffenen Mitarbeitenden Anschlusslösungen gefunden werden konnten.

Die Tecan Group hat ein schwaches Geschäftsjahr 2025 mit einem tiefroten Abschluss verbucht und reagiert mit einem umfassenden Transformationsprogramm. Der Laborausrüster aus Männedorf verzeichnete in Lokalwährungen einen Umsatzrückgang von 1,6 % auf 882,5 Millionen Franken. Das bereinigte EBITDA sank auf 142,1 Millionen Franken nach 164,4 Millionen im Vorjahr, die bereinigte Marge fiel auf 16,1 % von zuvor 17,6 %. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte und Zölle in Höhe von insgesamt 200 Basispunkten lag die EBITDA-Marge bei 18,1 % und damit im Rahmen der früher kommunizierten Prognosen.
Unter dem Strich stand 2025 ein Nettoverlust von 110,7 Millionen Franken. Hauptgrund sind nicht zahlungswirksame Wertminderungen von 139,5 Millionen Franken, die im Zuge einer strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien vorgenommen wurden. Diese Belastungen trafen die Gewinn- und Verlustrechnung deutlich stärker als von Analysten erwartet, die zwar mit rückläufigen Ergebnissen, aber nicht mit einem Jahresverlust gerechnet hatten. Dennoch soll den Aktionären eine unveränderte Dividende von 3,00 Franken pro Aktie vorgeschlagen werden.
Kern der Neuausrichtung ist das Transformationsprogramm «Rewired», mit dem Tecan seine Profitabilität und Marktstellung in der Laborautomation stärken will. Im Fokus stehen Portfoliooptimierung und operative Exzellenz, unterstützt durch verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierungstechnologien. Die Unternehmensführung verweist auf robuste, langfristige Wachstumstreiber im Markt für Laborautomation, der zuletzt unter anderem durch Währungseffekte, Zölle und eine verhaltene Nachfrage belastet war. Für 2026 stellt Tecan ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 15,5 % und 16,5 %.
Trotz der kurzfristigen Rückschläge hält das Unternehmen an seinen Mittelfristzielen fest. Tecan geht von einer allmählichen Erholung der Endmärkte mit einem Wachstum von 1 bis 3 % in den Jahren 2027 und 2028 aus. Bis 2028 strebt der Laborausrüster einen Umsatz von 1 Milliarde Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 % an. Das Programm «Rewired» soll dabei helfen, das Geschäft profitabler auszurichten und die anvisierte Skalierung zu erreichen, nachdem 2025 ein Umsatzniveau von knapp 883 Millionen Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,1 % erzielt wurden.