St. Galler IT-Dienstleister Abraxas setzt bei CFO-Nachfolge auf Kontinuität

08.10.2026


Der St. Galler IT-Dienstleister Abraxas stellt seine Finanzspitze neu auf und setzt dabei konsequent auf eine interne Lösung. Per 1. April 2027 übernimmt Ruedi Häni die Funktion des Chief Financial Officer (CFO) sowie die Leitung Finance & Procurement und rückt in die Geschäftsleitung auf. Der 47-Jährige folgt auf Rolf Lichtin, der Ende März 2027 nach fast zehn Jahren als Finanzchef des Unternehmens in die Frühpension geht.

Mit der früh kommunizierten Nachfolgeregelung zielt Abraxas auf Planungssicherheit und einen reibungslosen Übergang. Der Verwaltungsrat spricht explizit von einem nahtlosen Wechsel an der Finanzspitze. CEO Reto Gutmann würdigt den langjährigen Weg mit dem bisherigen CFO und hebt zugleich die Bedeutung der internen Nachfolge hervor. Lichtin verantwortet seit Mai 2017 die finanzielle Führung von Abraxas und war in dieser Zeit Mitglied der Geschäftsleitung.

Häni ist mit dem Unternehmen seit vielen Jahren eng vertraut. Er stiess 2013 erstmals zu Abraxas, zunächst als Business Controller, später als Leiter Controlling. Von 2022 bis 2025 war er als Leiter Dienste und Mitglied der Geschäftsleitung bei Gemdat tätig, bevor er im September 2025 als Leiter Controlling zu Abraxas zurückkehrte. Der gelernte Betriebsökonom FH mit einem Master of Science in Business Administration verfügt über einen beruflichen Hintergrund in der Informatik, unter anderem als Softwareentwickler, Produktmanager und Berater.

In seiner neuen Rolle will Häni die Funktion des CFO über das klassische Finanz- und Beschaffungsmandat hinaus verstehen. Er betont, er wolle seine Erfahrung und sein Wissen einbringen, um die weitere Entwicklung von Abraxas aktiv mitzugestalten. CEO Gutmann bezeichnet Häni als „bestens qualifizierten Nachfolger aus den eigenen Reihen“, der das Unternehmen und sein Umfeld sehr gut kenne und damit für Kontinuität stehe.

Parmelin eröffnet Olma mit Ferkel – und warnt vor schwieriger Lage der Bauern

08.10.2026


Mit einem betont unterhaltsamen und zugleich programmatischen Auftritt hat der Kanton Schwyz seine Rolle als Gastkanton an der 83. Olma in St. Gallen übernommen. Bereits die offizielle Eröffnungsfeier im Theater St. Gallen zeigte, wie breit sich der Innerschweizer Kanton präsentieren will – kulturell, politisch und touristisch. Unter dem Motto «Schwyz liefert» rückt der Kanton während elf Tagen ein gutes Stück weiter nach Osten und nutzt die Publikumsmesse als Schaufenster für seine Produkte, sein Brauchtum und seine Eigenheiten.

Musikalisch setzte Schwyz zum Auftakt auf vertraute Namen mit regionalen Wurzeln: Unter der geistreichen, pointierten Moderation der Schwyzer Dirigentin Graziella Contratto spannten Jodlerin Nadja Räss, Schwyzerörgeler Markus Flückiger, Kontrabassist Pirmin Huber, Violinist Raphael Nussbaumer, das Ensemble Kulturschock mit Mezzosopranistin Lydia Opilik sowie Sängerin Linda Elys den Bogen von Volksmusik über Klassik bis Pop. Das Publikum im Stadttheater dankte den Schwyzer Klängen, die sonst eher zwischen Mythen und Rigi zuhause sind, mit tosendem Applaus.

Auch die Bundespolitik war prominent vertreten. Bundesrat Guy Parmelin eröffnete die Messe traditionsgemäss mit einem Ferkel – in diesem Jahr mit Säuli Vivienne, das sich beim Fototermin mit lautem Quieken gegen den Auftritt wehrte. Der Landwirtschaftsminister nutzte die Bühne, um die Olma als «herausragenden Begegnungsort» zwischen Konsumenten und Landwirtschaft zu würdigen und sprach von einer «Schweiz im Kleinformat», in der Fachleute, Familien, Politiker und Tiere zusammenkommen. Gleichzeitig verwies er auf die «Ernsthaftigkeit der Lage» für die Landwirtschaft, etwa mit Blick auf Trockenheit und grosse Hitze im vergangenen Sommer.

Der Schwyzer Landammann Sandro Patierno und Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher, Präsidentin des Organisationskomitees für den Gastkanton-Auftritt, stellten den Kanton ins Zentrum. Patierno zeigte sich besonders stolz auf den in Übergrösse ausgestellten Bundesbrief, das Hölloch und die legendären Wetterpropheten und spielte im Bühnengespräch mit Contratto mit dem Motto «Schwyz liefert». Humor bewies er auch, als er – gefragt nach seinen Lieblingstieren – Wildsäue, Wölfe und die Asiatische Hornisse nannte und festhielt, der Kanton Schwyz «liefere» auch in dieser Hinsicht. Verwaltungsratspräsident Markus Streckeisen erklärte die Olma schliesslich offiziell für eröffnet und erinnerte daran, dass die Messe aus dem Zusammenspiel vieler Menschen und Partnerschaften entstehe.

Während der elf Messetage, die in St. Gallen als «fünfte Jahreszeit» gelten, setzt der Gastkanton auf ein Konzept mit zahlreichen Boxen, in denen Besucher Produkte und Bräuche aus Schwyz entdecken können. Neben Klassikern wie der Degustationshalle bleibt auch das traditionelle Säulirennen um 16 Uhr ein Publikumsmagnet. Für Bundesrat Parmelin, der direkt von einem Staatsbesuch in Neu-Delhi an den «etwas kleineren Flughafen» Altenrhein reiste, ist der Gang durch die Olma mehr als Folklore: Er bezeichnete den offenen Dialog zwischen Produzenten, Verarbeitern, Händlern, Konsumenten und Regulierungsbehörden als zentral – eine Botschaft, die zum Selbstverständnis der Messe und zum Auftritt des Gastkantons gleichermassen passt.