Unsicherheit um Iran-Krieg: Europas Leitindizes schließen schwächer

05.04.2026


Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag vor dem Osterwochenende überwiegend schwächer geschlossen, ihre Verluste im späten Handel aber deutlich eingedämmt. Auslöser der anfänglichen Abgaben war die Rede an die Nation von US-Präsident Donald Trump, die an den Märkten als widersprüchlich aufgenommen wurde und nach einer Zwischenerholung zur Wochenmitte erneut für Verunsicherung sorgte. Der EuroStoxx 50 gab letztlich 0,70 Prozent auf 5.692,86 Punkte nach. Auf Wochensicht blieb dem Leitindex der Eurozone trotz der Rückschläge ein Plus von 3,4 Prozent, seit Beginn des Iran-Kriegs Anfang März summiert sich das Minus allerdings auf mehr als 7 Prozent.

Impulse zur Stabilisierung kamen am Nachmittag aus dem Persischen Golf. Ein Bericht der iranischen Nachrichtenagentur IRNA über Pläne Teherans, gemeinsam mit Oman ein Protokoll zur Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus auszuarbeiten, sorgte für eine Entspannung an den Märkten. Ziel sei unter anderem eine sichere Durchfahrt der Schiffe durch die strategisch wichtige Meerenge, hieß es unter Berufung auf den stellvertretenden iranischen Außenminister. Nach Angaben von Bloomberg kündigte der Politiker zudem an, dass der Iran Mautgebühren für Schiffe festlegen wolle, die die Straße von Hormus passieren.

Die Reaktion der Aktienindizes fiel regional unterschiedlich aus. In Frankfurt schloss der DAX 0,56 Prozent tiefer bei 23.168,08 Punkten. Der Schweizer Leitindex SMI verlor dank seiner defensiven Schwergewichte nur 0,07 Prozent auf 12.981,97 Zähler. In London profitierte der FTSE 100 von der Stärke der Ölwerte und legte um 0,69 Prozent auf 10.436,29 Punkte zu. Marktbeobachter verwiesen auf die erneute Volatilität im Zuge der Iran-Schlagzeilen und die als „rhetorische Volten“ beschriebenen Kehrtwenden in Trumps Ansprache, in der er einerseits ein zeitnahes Ende der Kampfhandlungen in Aussicht stellte, andererseits aber auch drastische Szenarien für den Iran skizzierte.

Auf Sektorebene setzte sich die in den vergangenen Tagen beobachtete Rotation fort. Öl- und Energiewerte führten die Gewinnerliste an, gestützt von deutlich gestiegenen Rohölpreisen nach der Trump-Rede. Titel wie der italienische Energiekonzern Eni setzten ihren Höhenflug fort und legten im Tagesverlauf kräftig zu. Defensive Branchen wie Nahrungsmittel und Getränke sowie Versorger hielten sich ebenfalls überdurchschnittlich gut. Am unteren Ende der Performancetabellen fanden sich hingegen Rohstoff- und Bankaktien sowie insbesondere Technologiewerte wieder, die im Umfeld der geopolitischen Unsicherheit und der steigenden Energiepreise unter Druck gerieten.

Erholungsrally in Paris, London und Zürich – doch Investoren bleiben vorsichtig

03.04.2026


Europäische Aktien haben am Mittwoch deutlich zugelegt, angetrieben von der Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt mit dem Iran. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der ein mögliches Ende der Angriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen in Aussicht stellte. Die Märkte in den USA und in Fernost hatten daraufhin bereits kräftig vorgelegt; die Handelsplätze in Paris, London und Zürich schlossen sich der Aufwärtsbewegung an, wenn auch mit etwas moderateren Zuwächsen.

Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, gewann im Tagesverlauf rund 2 Prozent auf etwa 5679 Punkte. Auch ausserhalb des Euroraums drehten die Märkte deutlich ins Plus: Der Schweizer SMI stieg um gut 1,4 Prozent auf knapp 12.964 Zähler, der britische FTSE 100 legte um knapp 2 Prozent auf gut 10.374 Punkte zu. An den europäischen Börsen dominierten Erholungsbewegungen, insbesondere in zuvor stark belasteten Branchen.

Im Fokus standen vor allem Bankwerte, die nach einer Phase spürbarer Schwäche zu den Gewinnern des Tages zählten. Die Branche hatte im vergangenen Jahr kräftig zugelegt, war in den vergangenen Wochen jedoch wegen wachsender Konjunktursorgen infolge des Iran-Krieges unter Druck geraten. Nun griffen Investoren wieder zu – unter anderem lagen Papiere von BNP Paribas mit einem Aufschlag von über vier Prozent gut im Rennen. Auch Aktien zyklischer Sektoren und Teile des Reise- und Luftfahrtsegments waren gesucht, während der Energiesektor als einziger im Minus notierte.

Die Kursgewinne gingen jedoch nicht mit ausgelassener Stimmung einher. "Die Stimmung der Investoren hellt sich zwar etwas auf, dennoch zeigt sich noch keine Euphorie an den europäischen Handelsplätzen", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Marktbeobachter verweisen auf das weiter bestehende Konfliktrisiko: "Der Konflikt ist nicht gelöst und der Zeitplan bleibt unsicher", betonte Maximilian Wienke vom Broker eToro. Auch die Ölpreisentwicklung signalisiert eher verhaltenen Optimismus – die Notierungen sind zwar mehrfach kurzfristig unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen, sind aber bislang nicht nachhaltig eingebrochen. Entsprechend gaben Öl- und Energieaktien nach, ohne dass es zu dramatischen Verkäufen kam.